TumorDiagnostik & Therapie 2016; 37(03): 132-133
DOI: 10.1055/s-0042-102693
Schwerpunkt: Immuntherapie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Übersicht – Supportivtherapie unter Checkpoint-Inhibitoren

F. Overkamp
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Publication Date:
20 April 2016 (online)

Es ist klar belegt, dass ein professionelles Nebenwirkungsmanagement das Outcome therapeutischer Maßnahmen verbessern kann. Deshalb muss auch die onkologische Supportivtherapie für jede neue Substanzklasse optimiert werden. Im Gegensatz zu Chemo- und zielgerichteter Therapie verursacht der Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren ein anderes Spektrum an Nebenwirkungen.

Durch aktivierende und hemmende Rezeptoren werden T-Zellen im Rahmen der Feinregulation beschleunigt oder gebremst. Ansatzpunkt für die Checkpoint-Inhibitoren sind bremsende Rezeptoren an sogenannten Checkpunkten. Deren normale biologische Funktion ist die Unterdrückung von Immunreaktionen gegen körpereigene Substanzen – ohne ihr Zutun würden viel häufiger Autoimmuneffekte auftreten.

Tumorzellen können die inhibierenden Rezeptoren ebenfalls nutzen. Bei der Interaktion zwischen T-Zellen, Antigen-präsentierenden Dendritischen Zellen und Tumorzellen wird die T-Zell-Aktivität durch die Stimulation inhibierender Rezeptoren unterdrückt. Hemmt man diese Rezeptoren, können sie ihre Bremswirkung nicht ausüben und es kommt zu einer T-Zell-(Re)Aktivierung und damit zu einer verbesserten Tumorzellabwehr. Auf diesem Mechanismus beruhen die Checkpoint-Inhibitoren, die sich aktuell zu einer wichtigen weiteren Säule der medikamentösen Tumortherapie entwickeln.