Handchir Mikrochir plast Chir 2016; 48(06): 383
DOI: 10.1055/s-0042-113937
Buchbesprechung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Green’s Operative Hand Surgery, seventh Edition

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Publication Date:
29 December 2016 (online)

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Das Standardwerk der Handchirurgie ist nun in der siebten Auflage erschienen. Im gewohnten Format der gebundenen Ausgabe in 2 Bänden präsentieren die renommierten Autoren ihre Spezialgebiete. Zeitgemäß wird auch ein Online-Zugang bzw. eine Ebook-Version bereitgestellt.

Das Format der gebundenen Ausgabe mit 22 × 28 cm und jeweils ca. 1000 Seiten ist als Reiselektüre weniger geeignet. Dies ist aber durch den bereitgestellten Online-Zugang zu vernachlässigen, da das komplette Werk mit Abbildungen und Videos digital zugänglich ist.

Nicht alle Kapitel werden durch Videos ergänzt. Die Videosequenzen sind i.d.R. gut aufbereitet und für den Zuschauer sofort nachzuvollziehen. Damit wird dieses Medium didaktisch sinnvoll genutzt. Es muss aber erwähnt werden, dass manche Sequenzen akustisch und visuell nicht optimal vorgehalten werden. Vor allem das komplexe Thema der karpalen Instabilität hätte von besser aufbereiteten Videos profitiert. Leider wurden für diese Videos in Kapitel 13 keine Begleitkommentare mitgeschnitten.

Hervorheben muss man die anschaulichen Videos von Scott Kozin, der u. a. komplexe Operationen, wie z. B. motorische Ersatzverfahren, präzise vorstellt. Auch die daran anschließenden klinischen Ergebnisse sind beeindruckend. Ein Wermutstropfen ist aber in diesem Zusammenhang die falsche Zuordnung von Video 33.1 und Video 33.2, die in der Online- Bibliothek verwechselt wurden.

Dennoch profitieren die entsprechenden Kapitel didaktisch sehr von der bereitgestellten Videobibliothek.

Band I befasst sich wie in der vorherigen sechsten Auflage mit den Themen Infektionen, Sehnenverletzungen, Ligamentläsionen, Frakturen, Arthrose der Hand und des Handgelenks sowie den Themenfeldern Unterarm und Ellenbogen.

Band II orientiert sich ebenfalls an der sechsten Auflage und behandelt das weite Thema neurologische/nervale Morbidität, die pädiatrische Hand, Knochen- und Weichteilrekonstruktionen, Tumoren, Erkrankungen aus dem chronisch-entzündlichen Formenkreis und Begleitthemen, wie u. a. das CRPS.

Das Inhaltsverzeichnis und die Autorenliste sind wie zu erwarten beeindruckend. Das Werk hat den Anspruch das weite und komplexe Feld der Handchirurgie umfassend abzudecken. Im Vergleich zur sechsten Auflage hat das Werk an Seiten nur nominell eingebüßt.

Die Kapitel sind strukturiert und logisch aufgebaut und basieren auf umfassenden und aktuellen Literaturverzeichnissen. Das jeweilige Thema wird sorgfältig aufgearbeitet und die Autoren sind bemüht, die Inhalte trotz der Informationsmenge fokussiert für den „Kliniker“ vorzustellen. Die Kapitel sind teilweise reichhaltig mit Abbildungen versehen, die i. d. R. sinnvoll die Vermittlung der Thematik unterstützen. Für die Autoren wichtige Gesichtspunkte werden in farbigen Textfeldern als Stichworte bzw. „critical points“ herausgehoben. Der modernen und wissenschaftlich untermauerten Medizin entsprechend werden Referenzen zur „Evidenz-basierten Medizin“ in hervorgehobenen Boxen kenntlich gemacht.

Hervorragend und für den Leser äußerst relevant sind die Abschnitte „author’s preferred method of treatment“ der jeweiligen Kapitel. Diese Subkapitel sind das Kondensat des jeweiligen Themas und der unverzichtbare Kern der Kapitel, da die Autoren, als anerkannte Spezialisten der vorgestellten Themen, ihr persönliches Vorgehen schildern.

Der „Green“ war und bleibt das Referenzwerk für den Handchirurgen. Den Anspruch ein umfassendes Nachschlagewerk darzustellen, erfüllt die siebte Auflage ohne Einschränkungen. Dieses Werk, verfasst von den führenden Handchirurgen/innen, gehört in die Bibliothek sowohl des handchirurgischen Weiterbildungsassistenten als auch des erfahrenen Handchirurgen.

C. Spies