Dialyse aktuell 2016; 20(07): 315
DOI: 10.1055/s-0042-115626
Editorial
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!?

Christian Schäfer
1  Stuttgart
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Publication Date:
12 September 2016 (online)

Dieser bekannte Spruch trifft vielleicht in manchen Lebensbereichen zu. Aber im medizinischen und pflegerischen Sektor und somit auch bei vielem, was mit der Nierenheilkunde zu tun hat, ist die korrekte Information und deren adäquate Weitergabe sicherlich essenziell. Dazu gehört, die Grundlagen, Standards und aktuellen Entwicklungen in der Nephrologie zu kennen. Je nach Ausbildung und Einsatzgebiet findet sich diese Anforderung u.a. im Wissen rund um die Dialysetechnik und -modi, die Nierentransplantation und nephrologisch-pflegewissenschaftliche Erkenntnisse wieder. Aber auch das Know-how in einigen weiteren Gebieten wie Blutdruck, Knochen- und Mineralhaushalt inkl. Ernährung, Hormonhaushalt, Nephropathologie, Säure-Basen-Haushalt, Elektrolythaushalt, Autoimmunerkrankungen mit Nierenbeteiligung, Hygiene, Geriatrie, Antikoagulation etc. sind unverzichtbar.

Wenn Sie die Ausgaben der Dialyse aktuell der letzten Jahre aufmerksam verfolgt haben, so haben Sie zu den diversen oben angesprochenen Feldern, in denen sich die Nephrologie bewegt, Schwerpunkthefte und Einzelartikel gefunden, die Sie zum Wissenserwerb und Wiederauffrischen sowie für Ihre Fortbildung nutzen können. Der Nachweis zu Letzterem ist über die richtige Beantwortung der Fragen zu den CME-zertifizierten ärztlichen Schwerpunktthemen sowie bei Pflegekräften über einen regelmäßigen Bezug der Dialyse aktuell möglich (Sie bekommen für ein Abonnement oder den Bezug der Zeitschrift über eine Mitgliedschaft in den Fachgesellschaften AfnP e.V. und/oder fnb e. V. pro Jahr 3 Punkte der freiwilligen „Registrierung beruflich Pflegender“). In der vorliegenden Ausgabe können Sie sich z. B. in den Artikeln zum Schwerpunkt „Nierenersatzverfahren“ ab Seite 338 informieren und 3 CME-Punkte sammeln.

Es ist allerdings wie oben schon angedeutet nicht nur wichtig, sich Wissen anzueignen. Ebenso erforderlich ist es, dieses korrekt anzuwenden und es in einer passenden Form und zu einem adäquaten Zeitpunkt an die richtigen Stellen weiter zu geben. Die „richtigen Stellen“ sind z.B. Dialysepatienten und deren Angehörige – was die (un)passende Form und den adäquaten Zeitpunkt angeht, können Sie im Beitrag „Vermittlung von Wissen an über 65-jährige Hämodialysepatienten“ ab Seite 360 nachlesen. Sie finden noch einige weitere interessante Artikel in dieser Ausgabe der Dialyse aktuell, mithilfe derer Sie sich Wissen zu Veranstaltungen von Fachgesellschaften (ab Seite 318), zur ANCA-assoziierten Vaskulitis (Expertentipp ab S. 328), zum multidisziplinären Team (Magazin ab S. 330), zur Wirkung von Akkupressur bei Hämodialysepatienten (Journal-Club Pflege auf S. 335) und zum Einsatz von Telemedizin bei prädialytischen CKD-Patienten (Journal-Club auf S. 336) aneignen können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es einen durchaus heiß machen sollte und auch wird, wenn man Wichtiges zur alltäglichen Behandlung der Patienten nicht weiß bzw. es nicht richtig anwenden und/oder nicht adäquat weitergeben kann. Dieses Risiko kann man u.a. durch das regelmäßige Lesen von relevanten wissenschaftlichen Beiträgen, die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen, ein gutes Qualitätsmanagement, eine nicht zu geringe Personaldecke mit entsprechender Mitarbeiterqualifikation sowie eine an die Patienten und Situation angepasste Kommunikation entscheidend minimieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre der Beiträge und auch der redaktionellen Beilagen in der vorliegenden Ausgabe (Kompendium Nephrologie 2016 und Current congress zur 8. Jahrestagung der DGfN in Berlin vom 10.–13.09.2016).