Dtsch med Wochenschr 2016; 141(25): e218-e222
DOI: 10.1055/s-0042-115850
Fachwissen
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lebensdauer promovierter und nicht promovierter Ärzte in Nordrhein

Lifespan of Doctorate and Non-doctorate Physicians in Northrine
Josef Evers
1  Helleter Feldchen 9, 52146 Aachen
,
Tanja K. Rausch
2  Institut für medizinische Biometrie und Statistik (IMBS), Universität zu Lübeck
3  Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
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Publication Date:
14 December 2016 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: Ziel dieser Untersuchung war, die Lebensdauer von promovierten und nicht promovierten Ärzten zu bewerten. Hintergrund und Ausgangspunkt dieser Untersuchung war die wiederholte Beobachtung in der Tafel der verstorbenen Kollegen im Rheinischen Ärzteblatt, dass einzelne nicht promovierte Kollegen der Ärztekammer Nordrhein in jüngerem Alter verstorben sind. Die statistische Analyse sollte aufklären, ob es sich dabei um Einzelbeobachtungen oder um einen statistisch relevanten Unterschied handelte.

Methodik: Aus den Geburts- und Sterbedaten von 1133 verstorbenen Ärzten aus der Tafel des Rheinischen Ärzteblatts wurde ihr Sterbealter bzw. ihre Lebensdauer getrennt nach ihrer Promotion über 3 Jahre und 6 Monate erfasst. Für die Lebensdauer der promovierten und nicht promovierten Ärzte, die deskriptive Statistik und für die weitere statistische Analyse wurde das Statistik-Programm R [1] angewendet.

Ergebnisse: Die Lebensdauer der promovierten Ärzte betrug durchschnittlich 80,9 ± 12,1 Jahre. Das Sterbealter der nicht promovierten Ärzte lag durchschnittlich bei 67,6 ± 13,8 Jahren. Nachdem sich dieser Unterschied von 13,5 Jahren zunächst als statistisch signifikant erwies (p < 0,00001), war dies nach einer Korrektur für das Geburtsjahr nicht mehr der Fall (p = 0,535).

Diskussion: Die Analyse der Lebensdaten von verstorbenen Ärzten ergibt einen großen Unterschied zwischen der Lebensdauer promovierter und nicht promovierter Ärzten, der nach Korrektur für das Geburtsjahr nicht signifikant ist. Bei jeder statistischen Auswertung müssen eventuelle Störfaktoren in den Daten in Betracht gezogen werden.

Abstract

Aim: The purpose of this study was to evaluate the lifespan of physicians in North Rhine depending on the criterion if they had graduated with a Dr. med. thesis under German law or not. North Rhine is part of the German federal state North Rhine-Westphalia.

Methods: The date of birth and date of death of 1133 deceased physicians from the journal of the medical association of North Rhine were recorded according to their doctoral degree from January 2013 until June 2016 inclusive. For the calculation of their length of life, the descriptive statistics and for further statistical analysis, the R program [1] was applied.

Results: Physicians with a doctoral degree under German law (Dr. med.) reached an average age of 80.9 ± 12.1 years whereas physicians without a dissertation reached an age of 67.6 ± 13.8 years, on average. After correction for year of birth no significant difference between the average lifespan of the two groups could be found.

Conclusion: The analysis of the survival data of deceased physicians showed a much longer length of life if they had graduated with a doctoral thesis under German law, which was not significant after a year of birth correction. For every statistical analysis possible confounders need to be considered.

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