Inf Orthod Kieferorthop 2016; 48(03): 201-204
DOI: 10.1055/s-0042-116385
Leser fragen – Experten antworten
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Extraktion oder Schmelzreduktion bei Engständen?

Extraction or Enamel Reduction to Resolve CrowdingP. Göllner1, 2
  • 1Klinik für Kieferorthopädie, Universitätsklinikum Freiburg, Deutschland
  • 2Kieferorthopädische Privatpraxis, Bern, Schweiz
Further Information

Publication History

Publication Date:
17 October 2016 (online)

Frage

Wenn es um die Frage und Notwendigkeit der Platzbeschaffung zum Beseitigen von frontalen Engständen geht, erlebe ich vielfach eine zunehmende Verunsicherung auf Patienten- und Behandlerseite. Fest steht: Das Thema wird immer wieder kontrovers diskutiert. Während der Zahnarzt um jeden Millimeter gesunde Zahnhartsubstanz kämpft, favorisieren wir als Kieferorthopäden oft die approximale Schmelzreduktion (ASR) oder die kieferorthopädische Zahnextraktion. Da die Natur den wenigsten Menschen eine perfekte Gebisssituation geschenkt hat, frage ich mich oft, wie die Natur früher Engstandsprobleme gelöst hat und ob wir den Patienten aus Kariessicht wirklich einen Gefallen tun, oder nicht doch dadurch die Zähne zunehmend schwächen und damit Schaden zufügen?