Inf Orthod Kieferorthop 2016; 48(03): 142-143
DOI: 10.1055/s-0042-116622
Sehen und Verstehen – Kieferorthopädie im Video
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

TopJet Distalizer – Setzen einer Miniankerschraube sowie Einbau, Aktivierung, Deaktivierung und Ausbau einer Distalisationsapparatur

TopJet Distalizer – Placement of Miniscrew and Insertion, Activation, Deactivation, Removal of the Distalization ApplianceH. Winsauer1, M. Sauri1
  • 1Zentrum für Zahnregulierungen, Bregenz, Österreich
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Publication Date:
20 October 2016 (online)

Georg Thieme Verlag. Please enable Java Script to watch the video.

In diesem Video soll die Einfachheit aber auch die Geschwindigkeit demonstriert werden, wie direkt in einer Sitzung und ohne Laborschritt eine Distalisationsapparatur samt Setzen der Miniankerschraube ein- und ausgebaut wird.

Seit 2005 sind Miniankerschrauben ein wesentlicher Bestandteil des orthodontischen Behandlungskonzepts unserer Praxis. In dieser Zeit sind mehr als 5 000 solcher Minischrauben gesetzt worden, der Hauptanteil davon im vorderen Gaumen. Die Knochenregion zwischen den 4 oberen Prämolaren ist frei von Wurzeln und größeren Gefäßen und bietet regelmäßig Knochentiefen zwischen 5 und 10 mm, was den sicheren Sitz dieser Verankerungen garantiert. Die Insertion in dieser sogenannten M4-Position [1] ([Abb. 1]) ist ungefährlich, einfach und schnell durchführbar. Von dort aus ist sowohl die Distalisation der Seitenzähne (TopJet-Distalizer) als auch die Expansion des Oberkiefers (Hybrid Expander, MICRO2, MICRO4 oder MICRO6 Expander) ohne Verankerungsverlust möglich. Inzwischen werden diese beiden Behandlungsschritte ausschließlich über Miniimplantat-getragene Apparaturen vorgenommen. Neben dem zügigen Einbau des Distalizers überzeugen der schnelle Behandlungserfolg (0,8 mm Distalisation pro Monat) [2], die einfache Mundhygiene und der hohe Patientenkomfort.

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Abb. 1 Die M4-Position für die sichere Insertion von Miniankerschrauben im vorderen Gaumen ist einfach zu finden.
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Abb. 2 (links) Patient 1, 10/4 Jahre, Durchbruchsstörung 13 infolge aufgewanderter OK-Seitenzähne rechts. Einseitiger TopJet clix 360 für 6 Monate; (rechts) Patient 2, 11/6 Jahre, Platzmangel OK-Frontzahnbereich links>rechts infolge OK-Mittellinienverwanderung nach rechts und aufgewanderter Seitenzähne links. Einseitige Distalisation links für 7 Monate.

Den eingesetzten TopJet Distalizer zeigen die beiden Patientenbeispiele in [Abb. 2]. Der TopJet Distalizer [3] erzeugt 360 cN konstante Druckkraft und wird ein- oder beidseitig palatinal in Höhe des Widerstandszentrums eingesetzt. So bewirkt er eine körperliche Distalisation der jeweiligen Seitenzähne. Für den einseitigen Einbau wird auch nur eine Miniankerschraube benötigt. Das Setzen der Schraube und der Einbau der Apparatur samt Palatinalbogen dauert circa 20 Minuten und kann direkt am Behandlungsstuhl durchgeführt werden. Ein Laborschritt ist nie notwendig. Beim Reaktivieren sorgt eine einzigartige Doppelautomatik für das gleichzeitige Nachspannen der Kraft und die Verlängerung zum Palatinalbogen. Dies erfolgt mit einer Häckchensonde.

Während der Distalisationsphase sind außer im Seitenzahnbereich keine Brackets im sichtbaren Frontzahnbereich notwendig. Daher ist diese Form der mitarbeitsfreien Behandlung ästhetisch ansprechend.

Nach Abschluss der Distalisation können die beiden Miniankerschrauben direkt zur Aufnahme eines Hybrid-Expanders zur Durchführung einer Gaumennahtweiterung weiterverwendet werden. So erfolgt die skelettale Expansion des Oberkiefers, wodurch zusätzlich Platz geschaffen wird. Diese Expander können bis zu 2 Jahren im Mund verbleiben und dienen neben der Retention der Kieferbreite auch zur Retention des Distalisationsergebnisses. Die Anwendung von Miniankerschrauben getragenen Expansionsapparaturen soll in einer der folgenden Ausgaben in einem Video erklärt werden.