retten! 2016; 5(05): 340-347
DOI: 10.1055/s-0042-120575
Fachwissen: Titelthema
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Rettung aus großen Höhen - Sicherheit, Material und Techniken

Björn Hossfeld, Johannes Hühn, Raphael Bender
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Publication Date:
05 December 2016 (online)

Abstract:

Kollabierter Senior auf dem Aussichtsturm, gestürzter Bauarbeiter im Fahrstuhlschacht oder verletzter Baumpfleger im Wipfel einer Eiche. Solche Einsätze sind meist ein Fall für die Höhenrettung – denn auf normalem Weg ist Hilfe für den Patienten nur selten oder schwer möglich. Medizinische und technische Rettung müssen hierbei optimal aufeinander abgestimmt sein. Auch der „normale“ Rettungsdienst sollte wissen, worauf es für die Höhenretter ankommt.

Kernaussagen

  • Für die Rettung aus Höhen (oder Tiefen), die mit dem Standardgerät der Feuerwehr nicht durchzuführen ist (i. d. R. > 30 m), ist ein Team der „Speziellen Rettung aus Höhen und Tiefen“ (SRHT) nötig.

  • Die Höhenrettungsgruppe kümmert sich falls nötig um:

    • die medizinische Erstversorgung des Patienten (durch eigene Kräfte oder das gesicherte Zuführen von entsprechendem Fachpersonal)

    • die anschließende technische Rettung

    • Beratung und Hilfeleistung bei Arbeiten anderer Feuerwehrkräfte oder Hilfsdienste in extremer Umgebung

  • Sie nutzt dazu Seil- und Sicherungstechniken, wie sie z. B. aus Bergsport und Bergrettung bekannt sind – allerdings mit mehrfacher Absicherung.

    • Die Sicherheit der Einsatzkräfte hat dabei stets höchste Priorität.

  • Bei der Höhenrettung muss der Patient noch vor dem Check der Vitalzeichen gegen Absturz gesichert werden.

    • Eine einfühlsame Führung des Patienten mit Erklärung jedes einzelnen Schrittes der Rettung ist bei großer Angst des zu Rettenden besonders wichtig.