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DOI: 10.1055/s-0042-1747082
Die Auswirkung einer Strahlentherapie bei Oropharynxkarzinomen auf das Hörempfinden
Jährlich werden weltweit über 90.000 Neuerkrankungen mit Oropharynxkarzinomen registriert. Ein Großteil dält eine Strahlentherapie. Das Auftreten von Hörstörungen als Folge der Bestrahlung wurde bisher nicht systematisch erfasst.
Es wurden 692 Patienten mit der Diagnose Oropharynxkarzinom aus dem Zeitraum 2000 bis 2020 auf das Vorhandensein von Tonaudiogrammen vor und nach erfolgter Radiotherapie (primär oder adjuvant, mit und ohne begleitende Chemotherapie) gescreent. Es konnten 61 Patienten ermittelt werden, welche Einzug in die Studie hielten.
In der Analyse aller Patienten zeigte sich eine signifikante (p<.001) Verschlechterung des Schallempfindens (PTA4) ipsilateral zum Malignom von 22.4 dBHL [18.6; 26.4] (Mittel [95% Konfidenzintervall]) vor Bestrahlung auf 30.9 dBHL [26.7; 35.3] nach Strahlentherapie. Bei Patienten ohne zusätzliche Gabe eines platinhaltigen Chemotherapeutikums (n=10, p=.027) reduzierte sich der PTA4 von 26.3 dBHL [14.7; 42.3] auf 36.8 dBHL [25.2; 51.4].
Der hörschädigende Effekt platinhaltiger Chemotherapie ist vielfältig nachgewiesen. Auch die bei Strahlentherapie von Oropharynxkarzinomen anfallende ionisierende Strahlung kann zu einer Schädigung des Innenohrs mit Hörverlust führen
Publication History
Article published online:
24 May 2022
© 2022. The Author(s). This is an open access article published by Thieme under the terms of the Creative Commons Attribution-NonDerivative-NonCommercial-License, permitting copying and reproduction so long as the original work is given appropriate credit. Contents may not be used for commercial purposes, or adapted, remixed, transformed or built upon. (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/).
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