PSYCH up2date 2017; 11(03): 207-218
DOI: 10.1055/s-0043-100524
Schizophrenien, schizophreniforme und wahnhafte Störungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Berner Psychopathologieskala für die Beurteilung psychotischer Symptome

Katharina Stegmayer
,
Sebastian Walther
,
Werner Strik

Subject Editor: Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, Aachen
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Publication Date:
16 May 2017 (online)

Die klinische Heterogenität der Schizophrenie ist eine der größten Herausforderungen der psychiatrischen Forschung. Sie ist vermutlich die wichtigste Ursache für den unbefriedigenden Stand unseres Wissens über Ätiopathogenese, individuell erfolgreiche Therapien und zuverlässige Verlaufsprädiktoren. Die Berner Psychopathologieskala wurde entwickelt, um klinisch und neurobiologisch homogenere Patientengruppen zu identifizieren.

Kernaussagen
  • Ein großes Problem der Erforschung psychotischer Erkrankungen stellt die Heterogenität in Symptomausprägung, Krankheitsverlauf und Outcome dar.

  • Klassische Dimensionen und Subtypen haben eine lange klinische Tradition, greifen in der Aufschlüsselung von Heterogenität innerhalb psychotischer Erkrankungen aber zu kurz.

  • Eine Alternative stellt die Berner Psychopathologieskala (BPS) dar. Ziel der Skala ist es, psychotische Symptome in 3 neurobiologisch informierten Dimensionen zu erfassen: Sprache, Affekte und Motorik.

  • Die BPS-Dimensionen bieten relevante Zusatzinformationen zur Symptomatik psychotischer Erkrankungen, komplementär zu klassischen Modellen.

  • Erste Studien zeigen eine wissenschaftliche Validierung und weisen auf die klinische Relevanz der Skala hin.