Kardiologie up2date 2017; 13(01): 47-60
DOI: 10.1055/s-0043-102044
Herzinsuffizienz
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Levosimendan bei akuter und chronischer Herzinsuffizienz

Heda Kvakan
,
Björn Lange
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Publication Date:
07 April 2017 (online)

Der Kalzium-Sensitizer Levosimendan ist in Deutschland für die Behandlung der akut dekompensierten chronischen Herzinsuffizienz zugelassen. Welchen Stellenwert Levosimendan in der Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz hat, wird in diesem Beitrag anhand aktueller Daten, der Erfahrung eines universitären Herzzentrums sowie ausgewählter klinischer Fallbeispiele erläutert.

Kernaussagen
  • Levosimendan bindet selektiv an Troponin C, sobald dieses kalziumbeladen ist. Es erleichtert damit die Bildung von Querbrücken zwischen Myosin und Aktinfilamenten und steigert somit die Kontraktilität.

  • Levosimendan wirkt positiv inotrop, ohne die intrazelluläre Kalziumkonzentration zu steigern, den Sauerstoffverbrauch zu erhöhen oder die Relaxation zu beeinträchtigen.

  • Die häufigsten Nebenwirkungen von Levosimendan sind Hypotonie, ventrikuläre Tachykardie und Vorhofflimmern sowie Hypokaliämie. Absolut kontraindiziert ist Levosimendan bei mechanischen Obstruktionen im Sinne einer hochgradigen Aortenstenose oder einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie, sowie auch bei Torsade de pointes in der Vorgeschichte.

  • Levosimendan ist in Deutschland für die Behandlung der akut dekompensierten chronischen Herzinsuffizienz zugelassen. Zudem wurde es im kardiogenen und im septischen Schock, im Rahmen kardiochirurgischer Eingriffe und als repetitive Gabe bei fortgeschrittener, chronischer Herzinsuffizienz geprüft. Dabei sprechen die aktuellen Daten für günstige Auswirkungen auf Hämodynamik, Symptomatik und Mortalität der Patienten.