Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): 74-77
DOI: 10.1055/s-0043-106075
Aktuell diskutiert
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Qualitätssicherung – Europäische Initiative für Brustkrebs (ECIBC) – Auswirkungen für Deutschland?

Contributor(s): Simone Wesselmann1, Markus Follmann3, Annette Lebeau4, Sara Brucker2
  • 1Bereich Zertifizierung, Deutsche Krebsgesellschaft, Berlin
  • 2Department für Frauengesundheit und Forschungsinstitut für Frauengesundheit, Tübingen
  • 3Leitlinienprogramm Onkologie, Berlin
  • 4Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg und Gemeinschaftspraxis für Pathologie, Lübeck
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Publication History

Publication Date:
09 June 2017 (online)

Einleitung

Ausgehend von einer Empfehlung des Europäischen Rates zur Krebsbekämpfung, hat die Europäische Kommission 2012 eine Initiative für die Qualitätssicherung in der Brustkrebsfrüherkennung und -behandlung initiiert (European Commission Initiative on Breast Cancer, ECIBC) [1]. Mit der Initiative soll die Qualität der Früherkennung und Behandlung europaweit einen einheitlichen Mindeststandard erreichen und damit die weite Spanne der Mortalitätsraten reduziert werden. Grundlage des Projekts ist die Implementierung eines freiwilligen Qualitätssicherungsverfahrens durch Zertifizierung und Akkreditierung für Screeningeinheiten und Brustkrebszentren. Dabei sollen die Anforderungen der Zertifizierung auf den Empfehlungen der aktualisierten, evidenzbasierten europäischen Leitlinie für Brustkrebsscreening und -diagnose beruhen. Weitere Ziele des ECIBC-Projekts sind die Etablierung eines europäischen Training-Templates für das digitale Brustkrebsscreening und die fortlaufende Veröffentlichung der Arbeitsgruppenergebnisse auf einer Onlineplattform [2]. Das Projekt soll aus Sicht der Europäischen Kommission als Vorlage für andere Tumorentitäten gelten, und Vorbereitungen für das Kolorektale Karzinom werden derzeit diskutiert.

Für die Umsetzung der beschriebenen Ziele wurden als Ergebnis einer Ausschreibung der Europäischen Kommission und der Benennung von Gesandten durch die Gesundheitsministerien der europäischen Länder zunächst zwei Arbeitsgruppen gebildet: Die Quality Assurance Development Group (QASDG) hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen und Inhalte für die Zertifizierung bzw. Akkreditierung zu erarbeiten, während die Guideline Development Group (GDG) die Erarbeitung der evidenzbasierten europäischen Brustkrebsscreening-Leitlinie umsetzen soll. Die Arbeitsgruppen mit jeweils etwa 30 Vertretern aus europäischen Mitgliedstaaten treffen sich mehrmals pro Jahr zur Realisierung der beschriebenen Maßnahmen. Die Autoren des Artikels sind in dem Projekt vertreten. Die Projektsteuerung, die Erstellung der Arbeitspapiere und die Koordination der Experten werden durch das Joint Research Center der Europäischen Kommission in Ispra sehr kompetent durchgeführt. In der ersten Phase des Projekts wurde in beiden Gruppen die jeweilige Methodik für das Erarbeiten der Empfehlungen und Anforderungen konsentiert und veröffentlicht. In der gegenwärtig laufenden zweiten Phase werden die konkreten Leitlinienempfehlungen erstellt und die Anforderungen bzw. Qualitätsindikatoren für die Zertifizierung von Brustkrebszentren erstellt.