PSYCH up2date 2018; 12(01): 79-94
DOI: 10.1055/s-0043-106946
Spezielle Themen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sexueller Missbrauch von Kindern

Harald Dreßing
,
Dieter Dölling
,
Dieter Hermann
,
Andreas Kruse
,
Eric Schmitt
,
Britta Bannenberg
,
Hans Joachim Salize
Further Information

Publication History

Publication Date:
08 January 2018 (online)

Der Gebrauch von Sexualität, um Gewalt bei Kindern auszuüben, weist eine große Bandbreite und eine hohe Dunkelziffer auf. Nach Schätzungen haben 20% der Frauen und 10% der Männer in der Kindheit sexualisierte Gewalt erfahren. Zur Betreuung und Therapie der Kinder ist ein multiprofessioneller Rahmen erforderlich. Therapeutisch zeigte kognitive Verhaltenstherapie zur Traumabehandlung der Opfer, aber auch zur Therapie der Täter gute Erfolge.

Kernaussagen
  • Sexueller Missbrauch ist ein weit verbreitetes Phänomen: Etwa jede 5. Frau und etwa jeder 10. Mann erfährt einen sexuellen Missbrauch in der Kindheit.

  • Am häufigsten ereignet sich der sexuelle Missbrauch innerhalb von Familien.

  • Täter mit pädosexuellen Delikten erfüllen häufig nicht die diagnostischen Kriterien der Pädophilie.

  • Täter verfolgen im Vorfeld des sexuellen Übergriffs häufig raffinierte Annäherungsstrategien (Grooming), um das Vertrauen der Kinder zu erlangen.

  • In der Traumatherapie sollten evaluierte Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie und das „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ (EMDR) eingesetzt werden.

  • Behandelte Sexualstraftäter haben eine signifikant geringere einschlägige Rückfallwahrscheinlichkeit.