Gastroenterologie up2date 2017; 13(02): 159-174
DOI: 10.1055/s-0043-107376
Ösophagus/Magen/Duodenum
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Tumoren der Papille und des Duodenums

Ann Wierick
,
Marius Distler
,
Jürgen Weitz
,
Thilo Welsch
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Publication History

Publication Date:
29 June 2017 (online)

Die Tumoren der Papille und des Duodenums umfassen eine heterogene Gruppe verschiedener gut- oder bösartiger Entitäten – mit entsprechend unterschiedlicher Anamnese, Symptomatik, multimodaler Diagnostik (Endoskopie, nichtinvasive Bildgebung) und Therapie. Die chirurgische Therapie ist anspruchsvoll, oft mit einer relevanten Morbidität assoziiert und erfordert eine hohe Expertise der primären Versorgung, aber auch des Komplikationsmanagements.

Kernaussagen
  • Die Tumoren der Papille und des Duodenums sind eine heterogene Gruppe und reichen von benignen Polypen über gastrointestinale Stromatumoren und neuroendokrine Tumoren bis zum Adenokarzinom.

  • Eine besondere Herausforderung sind Duodenalpolypen bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis. Diese Polypen werden gemäß der Spigelman-Klassifikation eingeteilt und die Patienten stadien- und risikoadaptiert therapiert bzw. überwacht.

  • Tumoren der Papille werden häufig durch Ikterus oder eine Pankreatitis symptomatisch. Ein schmerzloser Ikterus oder ein Courvoisier-Zeichen deutet oft auf ein Papillenkarzinom hin.

  • Bildgebendes Verfahren der 1. Wahl ist die nichtinvasive transabdominelle Sonografie. Die ÖGD ist die Standarddiagnostik, wenn möglich mit Biopsie oder Abtragung kleinerer Polypen. MRT, MRCP und CT des Abdomens dienen der Umfelddiagnostik bei malignen Befunden und zur Operationsplanung.

  • Gutartige Befunde können endoskopisch reseziert werden. Bei eindeutigem Malignitätsnachweis oder hochgradigen Epitheldysplasien ist die onkologische chirurgische Resektion (standardmäßig: pyloruserhaltende partielle Pankreatoduodenektomie) indiziert.

  • Bei kleinen malignen Tumoren ohne Infiltration der Submukosa (< 10 mm, auf Mukosa beschränkt, G1) kann eine endoskopische oder eine limitierte chirurgische Resektion erwogen werden. Dies gilt auch für Patienten mit bedeutender Komorbidität und erhöhtem Operationsrisiko.

  • Die postoperative Morbidität nach Pankreatoduodenektomie erreicht in vielen Studien 50%, die Mortalität 3 – 10%. Die wichtigsten chirurgischen Komplikationen sind die postoperative Pankreasfistel, die postoperative Blutung und die Insuffizienz der Gallengangsanastomose.