PSYCH up2date 2017; 11(04): 339-353
DOI: 10.1055/s-0043-108277
Neurotische, somatoforme und Belastungsstörungen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Dermatillomanie (Skin-Picking-Störung): Diagnostik, Erklärung und Behandlung

Linda M. Mehrmann
,
Alexander L. Gerlach
,
Antje Hunger

Subject Editor: Prof. Ulrich Voderholzer, Prien am Chiemsee
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Publication Date:
17 July 2017 (online)

Wenn Menschen ihre Haut durch Knibbeln (Quetschen, Drücken, Kratzen) verletzen und sie damit kaum aufhören können, spricht man von Dermatillomanie (pathologisches Hautzupfen/-quetschen; Skin-Picking-Störung). Diese Angewohnheit wird als befriedigend erlebt, führt zu Leid und ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Dieser Artikel soll helfen, das Störungsbild zuverlässig zu erkennen, einfühlsam zu verstehen und effektiv zu behandeln.

Kernaussagen
  • Dermatillomaniebetroffene leiden unter dem wiederkehrenden Drang, ihre Haut zu bearbeiten (drücken, quetschen, knibbeln). Der empfundene Drang, die erfolglosen Versuche, das Knibbeln zu unterlassen, sowie die daraus resultierenden Gewebeschäden führen zu Leiden und Beeinträchtigungen.

  • Dermatillomanie gewinnt durch die Aufnahme in das DSM-5 an Bedeutung. Viele Aspekte dieses Störungsbilds sind noch nicht gründlich erforscht.

  • Es gibt erste Ansätze eines Risikomodells, welches die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung der Dermatillomanie erklären könnte.

  • Betroffene wünschen sich spezifische und wirksame Behandlungsangebote.

  • Kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze sind bei Dermatillomanie wirksam.

  • Für einen langfristigen Therapieerfolg bedarf es großer Motivation und sorgsamen Vorausplanens, um Rückfälle zu vermeiden.