Nuklearmediziner 2017; 40(03): 184-190
DOI: 10.1055/s-0043-108731
Nuklearmedizinische Standardprozeduren
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Tumor- und Entzündungsszintigrafie

Carl-Martin Kirsch
  • Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar
Further Information

Publication History

Publication Date:
01 September 2017 (online)

FDG-PET-Ganzkörper-Untersuchung

Indikation

  • Detektion und Lokalisation von malignen Tumoren

  • Dignitätsbeurteilung von Raumforderungen

  • Metastasensuche (Lymphknoten-Staging, Fernmetastasen-Staging)

  • Therapiekontrolle (Restaging, Rezidivdiagnostik)

  • Fokussuche bei Fieber unklarer Ursache


#

Radiopharmazeutikum

F-18-Fluordesoxyglukose


#

Patientenvorbereitung

Patient muss für 6 Stunden nüchtern sein, Mineralwasser oder Kräutertee ist erlaubt, keine gezuckerten Getränke, kein Koffein.


#

Untersuchung

Aufklärung über Sinn und Zweck sowie Ablauf der Untersuchung.

Notieren von Körpergröße und Körpermasse.

Festlegung der zu untersuchenden Körperabschnitte

Lagerung des Patienten.

Die Einstellung muss ggf. über die Laser-Positionierhilfe auf der Haut des Patienten markiert werden, um eine exakte Repositionierung, falls notwendig, bei der anschließenden Emissionsmessung zu gewährleisten.

Anlegen einer Infusion mit 500 ml einer isotonischen Elektrolytlösung, z. B. Elomel.

Messung des Blutzuckers, ggf. bei Werten über 160 mg/dl Senkung der Glukosekonzentration mittels Insulingabe (niedrig dosiert, damit das Auftreten einer Hypoglykämie vermieden wird, die eine Zuckergabe erfordert), danach jedoch eine Stunde Wartezeit bis zur FDG-Injektion erforderlich.

Eine intravenöse Gabe von 5 – 10 mg Diazepam (Valium®) oder 20 mg Propranolol oral ist vor allem bei jüngeren oder weiblichen Patienten hilfreich, um Darstellung des „braunen Fettes“ bzw. aktivierungsbedingte muskuläre FDG-Speicherungen am Schultergürtel oder paravertebral zu vermeiden. Anschließend darf der Patient nicht selbst mit dem Auto nach Hause fahren.

Injektion von 200 – 250 MBq F-18-Fluorodesoxyglukose.

Falls keine Kontraindikationen zu Furosemid (Lasix®) bestehen (wie bekannte Nephrolithiasis oder anamnestisch Nierenkoliken), werden 20 mg in die Infusionsflasche gegeben.

Abwarten der Verteilungszeit von 60 bis (vorzugsweise) 90 Minuten.

Transmissionsmessung: mittels CT des PET/CT nach Vorgaben des Herstellers.

Emissionsmessung.

Akquisitionsbeginn 60 /90 min p. i.

Aufnahmeprotokoll: WB Acquisition.

Aufnahmeparameter: nach Vorgaben des Herstellers.


#

Auswertung

Auswerteprotokoll: Whole Body Postprocess emiss/ atten/ norm mit Berechnung der iterativ rekonstruierten Bilder.


#

Dokumentation

Neben der digitalen Archivierung werden von den Bildern der Transmissionsmessung die axialen Schnitte auf Papier ausgedruckt.

Weiterhin werden die axialen und koronalen Schnitte mit einer Schichtdicke von 1.2 cm auf Filmfolien und auf Papier dokumentiert. Die Ausgabe erfolgt mittels Whole Body Viewer. Wichtig ist die Ausgabe der fusionierten Schnitte.


#

Strahlenexposition

Ca. 4 mSv


#