ZWR 2017; 126(06): 270-276
DOI: 10.1055/s-0043-110204
Wissenschaft/Parodontologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Klinische Bewährung von überkronten Zähnen anhand von parodontalen Parametern

Treatment Outcomes of Crowned Teeth by Applying Periodontal ParametersPeter Rehmann, Yvonne Schmidt, Bernd Wöstmann
  • Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum Gießen, Gießen
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Publication Date:
30 June 2017 (online)

Zusammenfassung

Einleitung In Studien zu überkronten Zähnen wird unter anderem wiederholt ein negativer Einfluss mangelhafter Restaurationen auf das umliegende parodontale Gewebe beschrieben. Daraus ergibt sich die Frage, welchen langfristigen Einfluss auf parodontale Parameter die Versorgung von Zähnen mit regelrecht ausgeführten Kronen- und Brückenkonstruktionen ausübt.

Material und Methode Bei 3 Kohorten von Patienten, die mit festsitzendem Zahnersatz versorgt wurden, erfolgte eine Dokumentation der parodontalen Parameter „Sondierungstiefe“, „Attachment Level (AL)“, „Sondierungsblutung bzw. Bleeding on Probing (BOP)“ sowie „Plaquebefall“ an überkronten und nicht überkronten bzw. gesunden Kontrollzähnen. Die statistische Auswertung hatte eine Messwiederholungsanalyse bezüglich der Faktoren Zeit und Gruppe bzw. Zähne (gesund bzw. nicht überkront/überkront) zum Inhalt.

Ergebnisse Die regelgerecht ausgeführten Konstruktionen zeigten im Vergleich zu nicht versorgten Kontrollzähnen kaum Unterschiede (p > 0,05) bei den untersuchten parodontalen Parametern. Lediglich beim Parameter „Sondierungstiefe“ konnten Unterschiede (p < 0,0005) zwischen den ersten beiden Patientengruppen festgestellt werden. Allerdings waren die aufgefundenen Differenzen mit durchschnittlich 100 – 250 µm so gering, dass eine klinische Relevanz eher nicht erkennbar ist.

Schlussfolgerung Regelrecht ausgeführte Kronen- und Brückenkonstruktionen üben kaum einen Einfluss auf das umliegende parodontale Gewebe aus.

Abstract

Introduction Some studies on crowned teeth, among other things, repeatedly describe a negative influence of bad restorations on the surrounding soft tissue. This brings up the question of which long-term influence the treatment of teeth with properly performed crown- and bridge constructions exerts on periodontal parameters.

Material and Method For 3 cohorts of patients which had been treated with fixed dentures, the periodontal parameters “probing depth”, “attachment level (AL)”, “bleeding on probing (BOP)”, as well as, “plaque infestation” on crowned teeth and teeth with no crowns, i.e. healthy control teeth, were documented. The content of the statistic evaluation was an analysis of the repeated measurements with regard to the factors time and group, that is, teeth (healthy respectively not crowned/crowned).

Results The properly performed constructions showed scarcely any differences (p > 0.05) in comparison to the untreated control teeth with regard to the periodontal parameters in question. Merely for the parameter “probing depth” could differences (p > 0.0005) be found between the first two groups of patients. The differences found, however were so small, with an average of 100 – 250 µm, that a clinical relevance is hardly discernible.

Conclusion Properly performed crown- and bridge constructions hardly exert any influence on the surrounding periodontal soft tissue.