osteopathisch Zeitschrift für Osteopathen 2017; 01(02): 67-75
DOI: 10.1055/s-0043-112846
Parietale Osteopathie
Impulstechniken
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Impulstechniken an der HWS

Tobias K. Dobler, Christian Roggenbuck
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Publication Date:
11 August 2017 (online)

Zusammenfassung

Impulstechniken an der Halswirbelsäule (HWS) treffen bei manualmedizinischen Therapeuten auf gemischte Gefühle: Die einen führen sie oft und auch mit Freude aus, andere empfinden sie als geradezu invasiv und hochgradig gefährlich. Worauf basieren die Sicherheit der einen und die Befürchtungen der anderen? Im Folgenden werden die anatomischen und biomechanischen Grundlagen der HWS kurz erläutert und dann auf 2 wichtige Probleme hingewiesen, die ein Risiko der Behandlung darstellen: Rheuma mit Instabilität und zervikale arterielle Dissektionen. Die Ergebnisse älterer und neuer Studien sollten Anhänger beider Gruppen zum Nachdenken anregen. Einerseits darf die Einschätzung des Risikos bei Impulstechniken nicht hauptsächlich auf Sicherheitstests basieren. Andererseits können z. B. Mobilisationen nicht als die generell bessere Alternative gelten. Weiterhin stellt die Instabilität der HWS insbesondere durch Rheuma ein Risiko dar, das sowohl die Mobilisation als auch die Impulstechnik klar kontraindiziert.

Rheuma, Instabilität und mögliche Störungen der hirnversorgenden Arterien stellen ein Risiko bei der manualmedizinischen Behandlung dar. Klinische Tests der HWS können dieses nicht zuverlässig darstellen. Eine gute Kenntnis der funktionellen Anatomie und klinischen Präsentation dieser Defekte hilft dabei, die Ursachen von Beschwerden besser einzuschätzen und das weitere Vorgehen sicherer zu gestalten.