Fortschr Röntgenstr 2018; 190(03): 265-272
DOI: 10.1055/s-0043-119038
Musculoskeletal System
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnostische Genauigkeit eines mittels paralleler Bildgebung beschleunigten Knie-MRT-Protokolls in Korrelation zur Arthroskopie

Article in several languages: English | deutsch
Johannes Walter Schnaiter
Radiology, Community Practice of Radiology and Nuclear Medicine, Bad Nauheim, Germany
,
Frank Roemer
Radiological Institute, Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
,
Axel McKenna-Kuettner
Radiology, Community Practice of Radiology and Nuclear Medicine, Bad Nauheim, Germany
,
Hans-Joachim Patzak
Surgery, Sports Clinic, 61231 Bad Nauheim, Germany
,
Matthias Stefan May
Radiological Institute, Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
,
Rolf Janka
Radiological Institute, Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
,
Michael Uder
Radiological Institute, Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
,
Wolfgang Wuest
Radiological Institute, Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

07 May 2017

12 August 2017

Publication Date:
26 September 2017 (eFirst)

Zusammenfassung

Ziel Parallele Bildgebung ermöglicht eine deutliche Reduktion der Untersuchungszeit, allerdings gibt es kaum Daten über die diagnostische Genauigkeit eines auf der Basis paralleler Bildgebung beschleunigten Protokolls an einem größeren Patientengut, in dem alle Kniegelenkskompartimente im direkten Vergleich zur Arthroskopie als Goldstandard verglichen wurden.

Material und Methoden Insgesamt wurden 162 Patienten mit einer Knie-MRT (1.5 T, Siemens Aera) und anschließender Arthroskopie in die Studie eingeschlossen. Die MRT-Gesamtscanzeit betrug < 9 min. Beurteilt wurden Meniskus- und Knorpelschäden, Kreuzbandläsionen, freie Gelenkkörper (FGK) sowie Plicae mediopatellares (PM). Sensitivität (SE), Spezifität (SP), positiver Vorhersagewert (PPV) und negativer Vorhersagewert (NPV), und die Genauigkeit einer korrekten Beurteilung aller Pathologien wurden bestimmt.

Ergebnisse Für Innenmeniskusschäden ergab sich eine SE von 97 %, eine SP von 88 %, ein PPV von 94 % und ein NPV von 94 %, für den Außenmeniskus eine SE von 77 %, eine SP von 99 %, ein PPV von 98 % und ein NPV von 89 %. Bezüglich der Knorpelschäden ergaben sich eine SE von 72 %, eine SP von 80 %, ein PPV von 86 % und ein NPV von 61 %. Für das vordere Kreuzband betrug die SE 90 %, die SP 94 %, der PPV 77 % und der NPV 98 %, für das hintere Kreuzband ergaben sich jeweils 100 %. Bei FGK betrug die SE 48 %, die SP 96 %, der PPV 62 % und der NPV 93 % und für die PM ergab sich eine SE von 57 %, eine SP von 88 %, ein PPV von 18 % und ein NPV von 98 %.

Schlussfolgerung Mithilfe paralleler Bildgebung liefert eine Knie-MRT Untersuchung verlässliche Ergebnisse von hoher diagnostischer Wertigkeit bei einer Gesamtscanzeit von < 9 min.

Kernaussagen

  • Ein mittels paralleler Bildgebung beschleunigtes Knie-MRT-Protokoll hat eine hohe diagnostische Wertigkeit.

  • Gute Ergebnisse finden sich vor allem im Bereich der Menisken und Kreuzbänder.

  • Bei der Detektion von Knorpelschäden besteht eine Tendenz zur Überschätzung.

Zitierweise

  • Schnaiter JW, Roemer F, McKenna-Kuettner A et al. Diagnostic Accuracy of an MRI Protocol of the Knee Accelerated Through Parallel Imaging in Correlation to Arthroscopy. Fortschr Röntgenstr 2018; 190: 265 – 272