Akt Dermatol 2018; 44(01/02): 24-29
DOI: 10.1055/s-0043-121201
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Phototherapie bei pädiatrischen Hautkrankheiten[*]

Phototherapy for Pediatric Skin Diseases
A. Tanew
Abteilung für Allgemeine Dermatologie, Medizinische Universität Wien, Österreich
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Publication Date:
09 February 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Lichttherapie von Hautkrankheiten hat eine Jahrtausende lange Tradition, wobei die Einführung der Photochemotherapie (PUVA) Anfang der 1970er-Jahre eine neue Ära eingeleitet hat. In der Folge hat eine bedeutende Weiterentwicklung und Diversifizierung der dermatologischen Phototherapie stattgefunden, sodass wir heute über unterschiedliche Formen der Lichttherapie verfügen, die sich hinsichtlich Wirkung, Handhabung und Nebenwirkungen zum Teil beträchtlich voneinander unterscheiden und eine auf individuelle Bedürfnisse angepasste Phototherapie ermöglichen.

Einer der größten Vorteile der Lichttherapien ist ihre breite Einsetzbarkeit bei einer Vielfalt von häufigen und auch seltenen Hauterkrankungen. Klassische Indikationen sind Psoriasis, Ekzeme, Vitiligo, Lichen ruber, Parapsoriasis und Mycosis fungoides, pruriginöse Hauterkrankungen, Sklerodermien, kutane Graft versus Host Erkrankung und eine prophylaktische Desensibilisierung bei Photodermatosen wie z. B. der polymorphen Lichtdermatose.

Wie bei den meisten anderen Therapien beruht die Datenlage zum Einsatz von Lichttherapien bei pädiatrischen Hauterkrankungen größtenteils auf Empirie, Fallberichten und der retrospektiven Auswertung von kleinen bis mittelgroßen Patientenkollektiven. Ergebnisse aus prospektiven kontrollierten Studien sind rar. Die vorliegende Evidenz und tägliche Anwendung belegen jedoch, dass bei kompetentem Einsatz und Wahl der richtigen Phototherapie auch bei kindlichen Hautkrankheiten i. d. R. sehr gute Therapieergebnisse zu erzielen sind. Dies ist umso bedeutender, als bei sachgerechter Anwendung das Risiko von Kurz- und Langzeitnebenwirkungen, insbesondere auch im Vergleich zu anderen Therapien, ausgesprochen gering ist.

Abstract

Phototherapy of skin disorders has a very long tradition in dermatology. The introduction of photochemotherapy in 1974 as a highly effective treatment for severe plaque type psoriasis was a major breakthrough in dermatological therapy and has sparked the further development and refinement of light treatment. Nowadays we have several UV-based phototherapeutic modalities at hand that differ with regard to indications, efficacy and possible side effects allowing us to individualize the administration of light treatment.

Major advantages of phototherapies are the good efficacy in a broad range of different skin conditions, both common and rare, and the rapid onset of action. Classical indications for phototherapies are all types of psoriasis and eczema, vitiligo, lichen planus, cutaneous T-cell lymphoma, sclerosing skin conditions, cutaneous graft-versus-host disease, and photodesensitization in photodermatoses such as polymorphic light eruption.

As with most other treatments the evidence for using phototherapies in children is based primarily on retrospective evaluation of small to medium-sized pediatric patient cohorts. Prospective well-controlled studies are scarce. Study data and a wealth of empirical evidence generated over the last decades confirm to the good efficacy of phototherapies for pediatric skin conditions. Considering its high short-term and long-term safety profile, and, in particular, relative to competing treatment options, light treatment is an effective and safe means for the management of a variety of common and rare pediatric dermatoses.

Schlussfolgerung
  • UV-Bestrahlungen stellen eine jahrzehntelang erprobte, einfache und wirksame Therapieoption bei pädiatrischen Hautkrankheiten dar.

  • Die Wahl der UV-Therapie hängt von der zu behandelnden Hautkrankheit ab, wobei die Entscheidung zu einer Schmalband-UVB-, UVA-1- und PUVA-Therapie individuell getroffen werden muss.

  • Das mögliche Hautkrebsrisiko der UV-Therapien ist bei sachgemäßer Anwendung als sehr gering (UVB, UVA-1) bis gering (PUVA) einzuschätzen und gegen die Risiken vergleichbar wirksamer alternativer Therapien abzuwägen.

* Erstpublikation in Spectrum Dermatologie 2016; 1. Übernahme mit freundlicher Genehmigung des Verlages MedMedia, Wien.