Fortschr Röntgenstr 2018; 190(04): 348-358
DOI: 10.1055/s-0043-121471
Interventional Radiology
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vergleich der Erlössituation in der interventionellen Radiologie am Beispiel der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit bei Anwendung eines DRG-Gesamterlösmanagements und verschiedener innerbetrieblicher Leistungsverrechnungen

Article in several languages: English | deutsch
Florian M. Vogt
Clinic for Radiology and Nuclear Medicine, University Hospital of Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Germany
,
Peter Hunold
Clinic for Radiology and Nuclear Medicine, University Hospital of Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Germany
,
Julian Haegele
Clinic for Radiology and Nuclear Medicine, University Hospital of Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Germany
,
Erik Stahlberg
Clinic for Radiology and Nuclear Medicine, University Hospital of Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Germany
,
Jörg Barkhausen
Clinic for Radiology and Nuclear Medicine, University Hospital of Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Germany
,
Jan Peter Goltz
Clinic for Radiology and Nuclear Medicine, University Hospital of Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Germany
› Author Affiliations
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Publication History

17 December 2016

19 September 2017

Publication Date:
01 March 2018 (eFirst)

Zusammenfassung

Ziel Ermittlung prozessorientierter Kosten für die stationäre endovaskuläre Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) aus Perspektive der interventionellen Radiologie (IR). Gegenüberstellung der Erlössituation unter Berücksichtigung verschiedener Prinzipien der internen Leistungsverrechnung („ILV“) sowie einer eigenständigen IR unter DRG-Bedingungen.

Material und Methoden Für den Prozess endovaskulärer Behandlung der pAVK im stationären Bereich erfolgte nach Entwicklung der Prozessbeschreibung eine prozessorientierte Berechnung der Kosten (Personal-, Betriebs-, Material- und Gemeinkosten) auf Vollkostenbasis. Die so ermittelten Prozesskosten wurden der Erlössituation für die IR unter Annahme von fünf Szenarien gegenübergestellt: 1) IR erlöst die gesamte DRG-Fallpauschale. IR erlöst durch interne Leistungsverrechnung in Anlehnung an die Kostenmatrix des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) folgende DRG-Anteile 2) nach Kostenstellenart Radiologie 3) nach Kostenstellenart OP 4) nach Kostenstellenart OP und Radiologie oder 5) in Anlehnung an den Gebührenkatalog der DKG-NT (Tarifwerk der Deutschen Krankenhausgesellschaft).

Ergebnisse Es wurden 78 Patienten (mittleres Alter 68,6 ± 11,4 Jahre) mit folgenden DRGs ausgewertet: F59A (n = 6), F59B (n = 14), F59C (n = 20) und F59 D (n = 38). Die Verweildauer für diese DRG Gruppen betrug 15,8 ± 12,1, 9,4 ± 7,8, 2,8 ± 3,7 und 3,4 ± 6,5 Tage. Die Materialkosten bildeten den Großteil der Kosten, vor allem bei Einsatz der neuesten und kompliziertesten endovaskulären Behandlungsverfahren. Weder die Erlöse aus den InEk-Anteilen und insbesondere nicht die Erlöse aus der ILV nach DKG-NT reichen im Durchschnitt aus, um die eingesetzten Materialien in ihren reinen Anschaffungskosten zu decken. Die Deckungsbeiträge für die fünf Szenarien betrugen in F59A (1 = 1539,29 €, 2 = –1775,31 €, 3 = –2579,41 €, 4 = –963,43 €, 5 = –2687,22 €), F59B (1 = –792,67, 2 = –2685,00 €, 3 = – 2600,81 €, 4 = –1618,94 €, 5 = –3060,03 € €), F59C (1 = –879,87 €, 2 = –2633,14 €, 3 = –3001,07 €, 4 = –1952,33 €, 5 = –3136,24 €) und F59 D (1 = 703,65 €, 2 = –106,35 €, 3 = –773,86 €, 4 = 205,14 €, 5 = –647,22 €). InEK-Anteile erlösen gegenüber der ILV in Anlehnung an den Gebührenkatalog der DKG-NT im Durchschnitt 150 – 500 € mehr.

Schlussfolgerung Positive Deckungsbeiträge kann die IR im untersuchten Setting nur erlösen, wenn sie den Gesamterlös der DRG-Fallpauschale erhält. Teilpauschalen aus der InEK-Matrix reichen nicht aus, um anfallende Kosten zu decken, wobei Materialkosten den Großteil der Behandlungskosten bilden. Den schlechtesten Deckungsbeitrag liefert die ILV in Anlehnung an den DKG-NT Katalog.

Kernaussagen

  • Die an unserer Universitätsklinik vollzogene interne Leistungsverrechnung in Anlehnung an den Gebührenkatalog der DKG-NT stellte aus Sicht der IR die ungünstigste Erlössituation dar.

  • Anteilige Teilpauschalen aus der InEK-Matrix wie die Kostenstellen Radiologie oder OP als Erlös für die IR reichen nicht aus, um die anfallenden Kosten zu decken. Ein im Durchschnitt positiver Deckungsbeitrag ergibt sich lediglich für eine Verrechnungsweise, bei der die IR den Gesamterlös der DRG-Fallpauschale erhält.

Zitierweise

  • Vogt FM, Hunold P, Haegele J et al. Comparison of the Revenue Situation in Interventional Radiology Based on the Example of Peripheral Artery Disease in the Case of a DRG Payment System and Various Internal Treatment Charges. Fortschr Röntgenstr 2017; 190: 348 – 358