Gastroenterologie up2date 2018; 14(02): 171-182
DOI: 10.1055/s-0043-121653
Ösophagus/Magen/Duodenum
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Immunvermittelte Ösophagitiden

Petr Hruz
,
Jan-Hendrik Niess
Further Information

Publication History

Publication Date:
12 June 2018 (online)

In den letzten 25 Jahren wurden zwei neue entzündliche Erkrankungen des Ösophagus, die eosinophile Ösophagitis und die lymphozytäre Ösophagitis, beschrieben. Bei beiden konnten die Ursachen des chronischen Entzündungsprozesses bisher jedoch nicht geklärt werden. Dieser Übersichtsartikel fasst den derzeitigen Kenntnisstand zu Epidemiologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie der beiden Erkrankungen zusammen.

Kernaussagen
  • In den letzten Jahren wird ein Anstieg der Inzidenz und Prävalenz der eosinophilen Ösophagitis beobachtet.

  • Dysphagie und Bolusimpaktierung sind Leitsymptome einer EoE.

  • Zur Diagnosesicherung werden während einer Gastroskopie Biopsien aus den proximalen und distalen Segmenten des Ösophagus entnommen.

  • Das histologische Kriterium für eine EoE ist erfüllt, wenn in einer Biopsie ≥ 15 eosinophile Granulozyten pro HPF gefunden werden.

  • Bei der Behandlung der EoE stellen topische Kortikosteroide aktuell die medikamentöse Therapie der ersten Wahl dar.

  • Die entzündungshemmende Behandlung soll Spätfolgen – insbesondere einer Fibrosierung des Ösophagus – vorbeugen.

  • Vor allem bei Kindern wird auch über Therapieerfolge mit individuellen Eliminationsdiäten und der sog. 6-Food-Eliminationsdiät berichtet.

  • Die lymphozytäre Ösophagitis ist gegenwärtig eine wenig definierte Erkrankung und als Ausschlussdiagnose zu betrachten.