Zusammenfassung
Ziel Die operative Myomresektion kann durch die Hypervaskularisation der Tumoren bei großen
und/ oder zahlreichen Myomen mit einem erheblichen Blutverlust und daraus folgendem
Transfusions- und Hysterektomierisiko verbunden sein. Falls ein Erhalt der Gebärmutter
erwünscht ist, könnte die präoperative Embolisation das Blutungs- und Hysterektomierisiko
reduzieren. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Ergebnisse eines Kollektivs von
21 konsekutiven Patientinnen vorzustellen, die unmittelbar vor operativer Myomresektion
eine Uterus-Arterien-Embolisation (UAE) erhielten.
Material und Methoden Zwischen Januar 2011 und März 2016 erhielten insgesamt 21 Patientinnen eine Uterus-Arterien-Embolisation
ca. 24 Stunden vor geplanter Myomresektion. Alle Patientinnen wurden per Fragebogen
zu spätpostoperativem Verlauf, Komplikationen, Narbenlänge, Zufriedenheit und Beschwerdebesserung
nachbefragt. Daten der OP und Embolisation wurden ebenfalls retrospektiv ausgewertet.
Ergebnisse Die UAE konnte bei allen Patientinnen komplikationslos durchgeführt werden. Der mittlere
Durchmesser des größten resezierten Myoms betrug 12,7 ± 3,2 cm, der Uteruserhalt gelang
primär in allen Fällen. In keinem Fall war eine Bluttransfusion perioperativ erforderlich.
Eine Patientin erhielt extern 14 Tage nach primärer Resektion eine Hysterektomie aufgrund
von vaginalen Blutungen, bei einer Patientin war während des stationären Aufenthaltes
eine Transfusion von 2 Erythrozytenkonzentraten erforderlich.
11 von 21 Patientinnen beantworteten den Fragebogen. 10 von 11 Patientinnen gaben
eine subjektive Beschwerdebesserung an. Die mittlere Krankschreibungsdauer betrug
31 Tage, die mittlere selbst gemessene Narbenlänge 12 cm. 9 von 11 würden den Eingriff
weiterempfehlen, eine Patientin war im II. Trimenon schwanger.
Schlussfolgerung Die präoperative Uterusarterienembolisation ermöglicht eine sichere, uteruserhaltende
Myomentfernung bei Patientinnen mit sehr großen oder zahlreichen Myomen.
Kernaussagen
Uteruserhaltende Myomresektionen bei großem Uterus myomatosus sind nach vorheriger
Embolisation mit geringem Blutverlust möglich.
Die Kombination aus Embolisation und Resektion kann eine Therapieoption sein bei Infertilität
aufgrund eines myomatös durchsetzten Uterus.
Gut abgestimmte interdisziplinäre Strukturen sind notwendig um diesen komplexen Fällen
gerecht zu werden.
Zitierweise
Schnapauff D, Russ M, Kröncke T et al. Analysis of Presurgical Uterine artery Embolization
(PUAE) in very large Uterus myomatosus and patients wish to preserve the uterus- case
series and literature review. Fortschr Röntgenstr 2018; 190: 616 – 622
Key words embolization - fibroids - preoperative embolization - fertility