Rofo 2025; 197(S 01): S62
DOI: 10.1055/s-0045-1802847
Abstracts
Vortrag (Wissenschaft)
Strahlenschutz

Klinikübergreifende Ermittlung der beruflichen Strahlenexposition in der interventionellen Radiologie mittels Live-Dosimetrie

M Ostadi Ataabadi
1   LMU Klinikum München/Klinik für Radilogie, München
,
M Steinberger
2   Klinik und Poliklinik für Radiologie, LMU Klinikum, München
,
C Ramsl
3   TU Wien, Wien
,
J Rübenthaler
2   Klinik und Poliklinik für Radiologie, LMU Klinikum, München
,
J Ricke
2   Klinik und Poliklinik für Radiologie, LMU Klinikum, München
,
R Stahl
4   Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, LMU Klinikum, München
› Institutsangaben
 

Zielsetzung Mithilfe der Live-Dosimetrie lässt sich die Strahlenbelastung des Personals bei radiologischen Interventionen in Echtzeit messen. Wir haben die Durchführbarkeit dieser Methode evaluiert und die Strahlenbelastung des an den Interventionen beteiligten Personals in verschiedenen klinischen Abteilungen untersucht.

Material und Methoden Innerhalb eines vierwöchigen Zeitraums wurden am LMU Klinikum insgesamt 62 Interventionen durchgeführt, bei denen die Strahlenbelastung mithilfe eines Live-Dosimetriesystems (RaySafe i3, Unfors RaySafe, Schweden) gemessen wurde. Diese Interventionen umfassten 25 allgemeinradiologische Angiographien, 17 Angiographien im Herzkatheterlabor, 12 CT-gesteuerte Interventionen und 8 Interventionen in der Neuroradiologie. Die kumulative Dosis für jeden Eingriff wurde mithilfe von Live-Dosimetern gemessen, die über der Bleischürze angebracht waren. Sie wurde separat für vier Personalkategorien aufgezeichnet: Interventionalist (IR), Assistenzarzt (AS), erster MTR und zweiter MTR (MTR1, MTR2).

Ergebnisse Das Personal berichtete von keinen Unannehmlichkeiten durch die Verwendung der Live-Dosimeter. Für alle Personalkategorien wurden die höchsten Dosiswerte bei der allgemeinradiologischen Angiographie aufgezeichnet, gefolgt vom Herzkatheterlabor. Über alle Abteilungen hinweg erhielt der IR eine signifikant höhere Mediandosis als alle anderen Mitarbeiter. Im Herzkatheterlabor war die Mediandosis des AS ebenfalls erheblich höher als die von MTR1 und MTR2. Insbesondere bei Angiographien war die Dosis von MTR2 höher als die von MTR1, obwohl er hauptsächlich eine unterstützende Rolle bei Interventionen wahrnimmt.

Schlussfolgerungen Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Live-Dosimetrie zur Echtzeitmessung der Strahlenbelastung des Personals bei radiologischen Interventionen eingesetzt werden kann und sich leicht in die klinische Routine integrieren lässt. Diese Methode ermöglicht es, die Abhängigkeit der Strahlenexposition von der Personalkategorien für verschiedene Arten von Interventionen zu analysieren.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
25. März 2025

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