Pneumologie 2025; 79(S 01): S62
DOI: 10.1055/s-0045-1804674
Abstracts
B2 – Endoskopie

Heiserkeit und Zwerchfellparese – seltene Komplikationen nach interventioneller Emphysemtherapie

A Schütte
1   Universitätsklinikum Halle; Klinik für Innere Medizin I
,
N Lambrecht
2   Klinik für Innere Medizin I; Abteilung für Pneumologie
,
I Vogt
3   Universitätsklinikum Halle; Universitätsklinikum Halle (Saale); Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I; Pneumologie
,
I Arroyo-Alfonso
1   Universitätsklinikum Halle; Klinik für Innere Medizin I
,
T Nuñez Quiroga
4   Universitätsklinikum Halle (Saale); Klinik für Innere Medizin I; Abteilung für Pneumologie
,
C Ludwig
5   Universitätsklinikum Halle (Saale); Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I; Pneumologie
,
S Eisenmann
5   Universitätsklinikum Halle (Saale); Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I; Pneumologie
› Institutsangaben
 

Interventionelle Verfahren der Emphysemtherapie (LVR) haben sich klinisch etabliert. Bei guter Selektion sind funktionelle Besserung, Linderung der Symptomlast und Überlebensverlängerung möglich. Verfahrensspezifische Komplikationen sind bekannt (v.a. Pneumothorax, COPD-Excazerbation, Hämoptysen, Pneumonie). Bisher weniger Aufmerksamkeit wird nervalen Funktionsstörungen gewidmet. Kürzlich wurde hierzu eine erste Fallsammlung von 5 Patienten mit LVR des linken Oberlappens (4x Ventile, 1x Coils) und konsekutiver Stimmbandparese veröffentlicht. [1]

Wir berichten über 2 unserer Patienten nach ELVR mit Ventilen.

Fall 1: 58 Jahre, männlich. Heterozygoter AATM, Ventilbehandlung des linken Oberlappens mit Atelektase. Funktionelle (RV – 1400 ml) und klinische. Heiserkeit 3 Monate nach Therapie. Umfassende Diagnostik bestätigt eine Stimmbandparese links ohne pathologisches Korrelat. Ein Verbleib der Ventile wird vom Patienten gewünscht.

Fall 2: 71 Jahre, weiblich. Ventilbehandlung des linken Unterlappens mit Atelektase. Deutliche funktionelle Besserung (RV -1430 ml). Subjektiv nur kurzzeitig Benefit. Bei erneuter Leistungsminderung trotz Atelektase sonographischer Nachweis einer linksseitigen Zwerchfellparese. Eine Ventilexplantation wurde nicht gewünscht, mittlerweile infolge eines Pankreaskarzinoms verstorben.

Bisher selten wird über Nervenfunktionsstörungen nach LVR berichtet. Die hier aufgetretenen Störungen stehen in klarem zeitlichen Zusammenhang mit der Ventilbehandlung. Ebenso wie in den berichteten 5 Fällen ist die Behandlung links erfolgt. Die Nervenverläufe sind hier anatomisch hilus- und gefäßnah üblich, sodass bei Volumenänderung eine strukturelle Affektion naheliegt.

Möglicherweise ist das Phänomen zu wenig beachtet. Auf Zwerchfellfunktion bei fehlender subjektiver Besserung trotz Atelektase sowie Heiserkeit sollte geachtet werden. Das Management ist bisher nicht eindeutig. Unsere Patienten wünschten keine Ventilrevision, in dem Fallbericht waren die Einschränkungen partiell nach Ventilentfernung rückläufig. Behandlungszentren sollten in den Nachkontrollen auf suggestive Probleme achten. Bei häufigerem Auftreten wäre eine Fallsammlung und –analyse sinnvoll.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
18. März 2025

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