physioscience 2025; 21(S 02): S26-S27
DOI: 10.1055/s-0045-1811339
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Effekte gruppenbasierter Physio- und Ergotherapie: Ein Literaturreview

Authors

  • L Gorenflo

    1   Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Germany
  • M Weber

    1   Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Germany
  • L Horstmeier

    2   Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Germany
  • N Wimmesberger

    2   Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Germany
  • S Voigt-Radloff

    2   Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Germany
  • A Eisele-Metzger

    1   Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Germany
    3   Cochrane Deutschland, Cochrane Deutschland Stiftung, Freiburg, Germany
 

Einleitung Gruppentherapie wird in der ambulanten Physiotherapie (PT) und Ergotherapie (ET) in Deutschland wenig eingesetzt, obwohl die Heilmittelrichtlinie sie für viele Maßnahmen und Indikationen zulässt. Dabei könnte Gruppentherapie bei geeigneten Indikationen Vorteile mit sich bringen, z.B. Verkürzung von Wartezeiten und positive gruppendynamische Effekte. Ziel dieses Literaturreviews ist die Identifikation von Effekten gruppenbasierter PT und ET.

Material und Methodik Wir führten im Januar 2025 eine systematische Suche in MEDLINE, CINAHL, PEDro, OTseeker und der EBP-Datenbank durch, ergänzt durch eine Google Scholar-Suche. Eingeschlossen wurden systematische Reviews (SR) und randomisiert-kontrollierte Studien (RCT), die PT- oder ET-Gruppeninterventionen bei Patient*innen mit ausgewählten Diagnosen untersuchten und mit keiner Therapie, Einzel-PT/ET oder einer anderen Therapieform verglichen. Die Diagnosen entsprechen den häufigsten Diagnosen aus PT/ET-Verordnungen aus Krankenkassendaten (z.B. Rückenschmerzen, M. Parkinson, Schlaganfall). Interessierende Endpunkte waren patientenrelevante Outcomes wie z.B. Schmerzen, Funktionsfähigkeit oder Lebensqualität. Alle Suchtreffer, die unter Anwendung eines SR-Suchfilter erzielt wurden, wurden von mindestens einer Person auf Titel-Abstract-Ebene gescreent, gefolgt von einem Volltext-Screening. Die Datenextraktion sowie Beurteilung der methodischen Qualität mittels AMSTAR 2 ist derzeit im Gange und wird von einer Person durchgeführt und einer zweiten geprüft. Für Diagnosen, für die keine aussagekräftige Evidenz aus SR vorliegt, werden wir in einem zweiten Schritt RCT heranziehen, die wir durch ein Screening ausgewählter weiterer Suchtreffer ermitteln. Die Datenextraktion der RCT wird analog zu den SR erfolgen. Das Risiko für Bias werden wir mittels Cochrane Risk of Bias Tool (RoB 2) beurteilen.

Ergebnisse Die Suche erzielte 12.070 Treffer, nach Anwendung des SR-Suchfilters verblieben 754. Wir schlossen 31 SR ein, deren Datenextraktion derzeit im Gange ist.

Zusammenfassung Der Abschluss des Literaturreviews ist für September 2025 geplant. Auf dem Forschungssymposium werden die finalen Ergebnisse vorgestellt. Der Review informiert das PrioPEG-Projekt (Prioritär umsetzbare Physio- und Ergotherapeutische Gruppentherapien), das darauf abzielt, die Grundlage für eine Erhöhung der Gruppentherapie-Quote für geeignete Indikationen zu bilden.



Publication History

Article published online:
24 November 2025

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