Aktuelle Urol 1999; 30(4): 217-222
DOI: 10.1055/s-1999-13321
ÜBERSICHT

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Sekundäre Osteoporose bei androgendeprivativ behandelten Männern mit Prostatakarzinom

Secondary Osteoporosis in Men with Prostate Cancer Treated by Androgen DeprivationW. F. Thon, V. Kürbitz, J. Stein
  • Urologische Klinik, Klinikum Hannover
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
31. Dezember 1999 (online)

Zusammenfassung

Die Osteoporose ist eine Erkrankung, die mit zunehmender Häufigkeit auch bei Männern diagnostiziert wird. Wirbelkörper- und Hüftfrakturen sind bei Männern viel häufiger als früher angenommen. Der Hypogonadismus ist eine anerkannte Ursache einer sekundären Osteoporose, aber nur wenige Untersuchungen haben sich mit der Osteoporose von androgendeprivativ behandelten Männern mit Prostatakarzinom beschäftigt. In diesem Patientenkollektiv sollte der Knochendichtemessung (Ostreodensitometrie) mehr Bedeutung zur Abschätzung des nicht auf einer ossären Metastasierung beruhenden Frakturrisikos zukommen. Da eine kausale Behandlung nicht möglich ist, stellen neben der Prostatakarzinom-spezifischen-Therapie eine Calciumsubstitution, eine Vitamin D-, Fluorid- oder Calcitoninmedikation und besonders eine Biphosphonatgabe sinnvolle Therapieoptionen dar. Biphosphonate unterdrücken die Knochenresorption durch eine direkte inhibitorische Wirkung auf die Osteoklasten und haben zusätzlich die bekannt positive Wirkung auf bereits vorliegende Knochenfiliae.

Abstract

Osteoporosis is a disease increasingly recognized in men. Vertebral and hip fractures are much more common in men than previously thought. Hypogonadism is a well-known cause of secondary osteoporosis, but only few studies have focused on osteoporosis in men with prostate cancer treated by androgen deprivation. Greater attention should be paid to osteodensitometry measurements in these men, to quantitate the degree of fracture risk not affiliated with bone metastasis. As treatment of the underlying cause is not possible, calcium supplementation, vitamin D, fluoride compounds, calcitonin and especially biphosphonates are useful coprescription treatment options. Biphosphonates inhibit bone resorption by a direct inhibitory action on osteoclasts and have a well known benefit in metastatic bone disease.