Rofo 2000; 172(4): 391-396
DOI: 10.1055/s-2000-349
QUALITÄTSSICHERUNG
ORIGINALARBEIT
Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Röntgen durch Radiologen! Einfluss auf einen kontinuierlichen Qualitätsverbesserungsprozess?

C. Kurtz1,2 , W. Czapp, I. Trampe, R. Leppek, K.-J. Klose
  • 1Medizinisches Zentrum für Radiologie, Abteilung Strahlen-diagnostik, Klinikum der Philipps-Universität Marburg
  • 2Abteilung Röntgendiagnostik, Universitätsklinikum Freiburg
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Publication Date:
31 December 2000 (online)

Zusammenfassung.

Ziel: Beeinflußt die Ausbildung von radiologischen Weiterbildungsassistenten (WBA) in der Anfertigung von Röntgenaufnahmen die Leistungen der MTRA und den daraus resultierenden Qualitätsstandard? Material und Methoden: Eine WBA wurde vier Wochen lang von MTRA in Röntgeneinstelltechniken unterrichtet. In einer zweiten Periode erstellte sie 582 Röntgenaufnahmen, die in einem täglichen Vergleich mit denjenigen der MTRA auf Fehler geprüft wurden. In einer dritten Periode wurden die Röntgenaufnahmen im Rahmen eines Wettbewerbs zwischen der WBA und einer qualifizierten MTRA angefertigt. Die Fehlerrate wurde nach festgelegten Kriterien (Leitlinien der Bundesärztekammer) von unabhängigen Experten ermittelt. Ergebnisse: Zu Beginn der zweiten Periode lag die Fehlerrate der WBA bei 11,9 % gegenüber 8,9 % innerhalb der MTRA-Mannschaft, im folgenden Monat bei 9,2 % versus 15,9 %. In der dritten Periode ergaben sich keine relevanten Unterschiede. Darüber hinaus konnten unerwartete Qualitätsverbesserungen wie zunehmende Standardisierung der Röntgeneinstelltechnik und Dosisreduktionen vorgenommen werden. Schlußfolgerung: 1. WBA erlernen röntgendiagnostische Einstelltechniken leicht und erzielen in kurzer Zeit vergleichbare Ergebnisse wie MTRA. 2. Die zusätzlichen Fachkenntnisse fördern den technischen Prozeß der Bilderstellung. Wir empfehlen eine Trainingsperiode für die Zwei-Ebenen-Radiographie während der Ausbildung von WBA. Dies unterstützt die Rolle des Radiologen bei der Qualitätssicherung innerhalb des diagnostischen Prozesses.

X-rays taken by radiologists! Influence on a continuous quality improvement process?

Purpose: To evaluate how the training of radiology residents in taking radiographs influences the work of radiographers and the established quality standards. Methods: A first year radiology resident was trained for 4 weeks in focusing and exposure techniques by radiographers. In a second period the resident took 582 radiograms, which were compared with those taken by technicians for error estimation on a daily basis. During a third period the radiographs were produced in a contest between the resident and a skilled radiographer. Errors were analysed by two independent experts according to established guidelines of the German Medical Association. Results: At the beginning of the second period the average error rate of the resident was 11.9 % as compared to 8.9 % in the technicians team, in the following month 9.2 % versus 15.9 %. In the third period no relevant difference in errors could be observed. Finally, unexpected quality improvements were implemented like an improved standardization of focusing and exposure techniques as well as dose reduction. Conclusions: Radiology residents easily learn focusing and exposure techniques and achieve comparable results as radiographers within a short period of time. The additionally achieved knowledge improves the technical process of taking radiographs. We recommend to include a two plane radiography training period in the curriculum of radiology residents. It reinforces the radiologist's role in continuous quality improvements of the diagnostic process.

Literatur

Dr. Claudia Kurtz

Abteilung für Röntgendiagnostik Universitätsklinikum Freiburg

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