Inf Orthod Kieferorthop 2000; 32(1): 37-49
DOI: 10.1055/s-2000-5950
Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Kieferorthopädische Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Distraktionsosteogenese

Pamela R. Hanson, Michael B. Melugin
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Publication Date:
31 December 2000 (online)

Zusammenfassung

Die Distraktionsosteogenese ist ein Verfahren zur schrittweisen Knochenverlängerung, das eine sehr präzise Behandlungsplanung und chirurgische Durchführung erfordert. Eine kleine Abänderung der Lokalisation der Kortikotomie/Osteotomie oder in der Positionierung des Distraktionsgerätes wirkt sich auf die postoperative Position des zahntragenden (distalen) Segmentes aus. Andere funktionelle und/oder anatomische Faktoren (die zur Zeit noch nicht ausreichend erforscht sind) nehmen ebenfalls Einfluss auf die Richtung, in die sich das zahntragende Segment während der Distraktion bewegt. Dadurch kommt es zu einer Diskrepanz zwischen der geplanten und der tatsächlichen oder beobachteten Distraktionsrichtung. Es ist Aufgabe des Kieferorthopäden, so sorgfältig wie möglich und in Zusammenarbeit mit dem Chirurgen die Richtung (Vektor) festzulegen, in die sich das zahntragende Segment während der Distraktion bewegen wird. Darüber hinaus muss der Kieferorthopäde in der Lage sein, die Position, die das zahntragende Segment einnimmt, durch Ausübung orthopädischer und orthodontischer Kräfte und durch Anpassung der Aktivierungsrichtung des Distraktionsgerätes zu beeinflussen. Der Kieferorthopäde muss auch das Gebiss für die Distraktion vorbereiten, während der Distraktion überwachen und nach der Distraktion die Feineinstellung der Okklusion in einer Art und Weise durchführen, die sich vom Vorgehen bei herkömmlichen kieferorthopädischen Operationsverfahren unterscheidet.

Abstract

Distraction osteogenesis is a gradual incremental bone-lengthening technique that requires very precise treatment planning and surgical execution. Subtle variation in the position of the corticotomy/osteotomy or in the position of the distraction device will affect the ultimate position of the tooth-bearing (distal) segment. Other functional and/or anatomic factors (that at this time are not well understood) also have an influence on the direction in which the tooth-bearing segment moves during distraction. These factors combine to create a discrepancy between the planned direction and the actual or observed direction of distraction. The charge for the orthodontist is to plan, as carefully as possible and in concert with the surgeon, the direction (vector) in which the tooth-bearing segment will travel during distraction. Further, the orthodontist must be able to modify the position that the tooth- bearing segment takes by exerting orthopedic and orthodontic forces and by making adjustments to the distraction device. In addition, the orthodontist must prepare the dentition before distraction, manage the dentition during distraction, and finish the occlusion after distraction in a manner that is different from more traditional jaw repositioning techniques.