Inf Orthod Kieferorthop 2000; 33(4): 353-359
DOI: 10.1055/s-2000-9970
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Kernspintomographische Untersuchung morphologischer Veränderungen des Kiefergelenks in der Dysgnathiechirurgie

G. Csaszar, U. Bruennlein, P. Held
Further Information

Publication History

Publication Date:
31 December 2000 (online)

 

Zusammenfassung

Die starre Osteosynthese bei Unterkiefer verlagernden Eingriffen der orthognathischen Chirurgie wird für postoperative Veränderungen der Kiefergelenkposition angeschuldigt. Zur Prophylaxe wird eine instrumentelle Kiefergelenkpositionierung empfohlen. Die routinemäßige Anwendung spezieller Kiefergelenk-Positionierungsmittel bleibt dennoch umstritten. Es stellt sich die Frage, ob signifikante Unterschiede in der Gelenkmorphologie je nach Art der Kiefergelenkpositionierung nachweisbar sind.

Bei 40 Patienten wurden prä- und postoperativ Kernspintomogramme der Kiefergelenke angefertigt. Bei 32 Patienten erfolgte eine sagittale Osteotomie, bei 8 Patienten eine Eigenrotation des Unterkiefers. Eine intraoperative Positionierungsplatte wurde bei 20 Gelenken verwendet, in den übrigen Fällen erfolgte eine freie Einstellung. Im Vordergrund der Untersuchung standen Veränderungen der Kondylus-Diskus-Fossa-Relation. Die Auswertung der Magnetresonanztomogramme erfolgte manuell. Veränderungen der Gelenkmorphologie wurden unter Anwendung verschiedener geometrischer Analysetechniken erfasst. Bei der statistischen Analyse kam der Student-t-Test zur Anwendung.

Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten Unterschiede in der Veränderung der Kondylus-Diskus-Fossa-Relation bei Anwendung der freien Gelenkpositionierung oder der Gelenkpositionierung mit Positionierungsplatte. Jedoch ließen sich signifikante Veränderungen nach Eigenrotation nachweisen.

Ein Vorteil der apparativen Gelenkpositionierung konnte nicht festgestellt werden. Die Veränderung der Gelenkposition nach Eigenrotation gibt Anlass für weitere Untersuchungen.

Abstract

Purpose. A prospective study was initiated to investigate the postoperative changes in the TMJ after sagittal split and using autorotation of the mandible with and without condylar positioning devices.

Materials and Methods. The results obtained by pre- and postoperative MRI of 160 temporomandibular joints in 40 patients undergoing orthognathic surgery are reported. Different geometrical analyses were used with statistical evaluation of the measurements.

Results. The findings do not reveal significant postoperative changes in MRI analyses of the TMJ using sagittal split osteotomy. The condyles did not significantly change position whether condylar positioning devices were used or not. In addition, the findings show a significant change in condylar position and relative articular disc position following isolated maxillary osteotomies with autorotation of the mandible.

Conclusions. Regardless of the temporomandibular joint positioning technique, the results observed did not significantly differ. Further studies are required to clarify whether the physiological constraints on autorotation are exceeded.