PPH 2001; 7(2): 81-86
DOI: 10.1055/s-2001-15527
AUSBILDUNG
Georg Thieme Verlag Stuttgart ·New York

Überlegungen zur Pflegeausbildung in der Psychiatrie

 A. Mahler
  • Arne Mahler ist Krankenpfleger im Team einer gerontopsychiatrischen Sektorstation in einem Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie in Bremen-Ost
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Publication Date:
31 December 2001 (online)

In diesem Artikel soll ein Konzept zur Anleitung der Auszubildenden in der (geronto-)psychiatrischen Pflege vorgestellt werden. Dieses Konzept wurde im Rahmen der Sicherstellung der psychiatrischen Pflegeausbildung erstellt. Es soll einen Rahmen für die Theorie- und Praxisausbildung bilden und um miteinander in Einklang zu bringen. Deswegen werden grobe Lernziele artikuliert, die Orientierung für die Ausbilder sowie für die Auszubildenden bieten. In dem Konzept werden die Ziele aus Sicht der Ausbilder formuliert. Diese leiten sich aus einer Pflegephilosophie ab. Zur Vereinheitlichung und zum besseren Überblick wird das Pflegeverständnis, das hinter diesem Konzept steht und seine Ziele dadurch prägt, in kurzer und deswegen sicherlich auch unvollständiger Form dargestellt. Das Konzept basiert auf der Grundhaltung, dass auch und gerade in der psychiatrischen Pflege ein Bedarf besteht, die professionellen Hintergründe der Pflege transparent zu machen. Es kann, wie hier exemplarisch für die gerontopsychiatrische Pflege, für spezielle Disziplinen in der Psychiatrie erweitert und vervollständigt werden. Die Umsetzung dieses Konzeptes in der Praxis erfolgt durch die individuelle Erstellung eines Ausbildungsplanes für den psychiatrischen Praxiseinsatz[1], der dann verbindlich für die Auszubildenden und die Anleiter gilt.

01 Entsprechend des Krankenpflegegesetzes, das eine strukturierte und geplante Ausbildung, also auch der Praxisausbildung, fordert.

Literatur

  • 01 Badura B, et al. Betriebliches Gesundheitsmanagement - ein Leitfaden für die Praxis. Berlin; Ed. Sigma 1999
  • 02 Benner P. Stufen zur Pflegekompetenz. From Novice to Expert. Bern; Verlag Hans Huber 1994
  • 03 Bertram M. Entwicklungsorientierte Berufsbildung. Wiesbaden; Ullstein Medical 1999
  • 04 Borsi G M. Individuelles und organisatorisches Lernen in der psychiatrischen Pflege. Frankfurt a. M.; Peter Lang GmbH 1997
  • 5 Dörner K, Plog U. Irren ist menschlich. 8. Aufl. Bonn; Psychiatrie Verlag 1994
  • 06 Fawcett J. Pflegemodelle im Überblick. Bern, Göttingen, Toronto, Seattle; Verlag Hans Huber 1996
  • 07 Germann-Tillmann T. Qualifizieren auf der Grundlage von Schlüsselqualifikationen. In: PflegePädagogik 1/94. Basel; Friedrich Reinhard Verlag 1994: 10-13
  • 08 Glaser J, Büssing A. Ganzheitliche Pflege - Präzisierung und Umsetzungschancen. In: Pflege 3/96 Band 9. Bern; Hans Huber 1996: 221-232
  • 09 Grams W. Pflege ist Bildung und braucht Bildung. In: Pflege 11/98. Bern; Hans Huber 1998: 43-48
  • 10 Habermas J. Erkenntnis und Interesse. In: Technik und Wissenschaft als „Ideologie”. (5. Aufl.) Frankfurt/Main; Suhrkamp Verlag 1971: 146-169
  • 11 Holnburger M. Pflegestandards - Psychiatrie. Wiesbaden; Ullstein Medical 1998
  • 12 Jank W, Meyer H. Didaktische Modelle. 3. Aufl. Berlin; Cornelsen Scriptor 1994
  • 13 Kirkamp B. Schlüsselqualifikationen für die Pflegeausbildung - Brückenfunktion zwischen Theorie und Praxis. In: Unterricht Pflege 3/98. Brake; Prodos Verlag 1998: 35-37
  • 14 Kistner W. Der Pflegeprozess in der Psychiatrie. 2. Aufl. Stuttgart, Jena; Gustav Fischer 1994
  • 15 Korn A, et al. Qualitäts-Sicherung in der psychiatrischen Krankenpflege. Wien; Facultas 1994
  • 16 Muijers P. Fertigkeitenunterricht für Pflege- und Gesundheitsberufe. Berlin, Wiesbaden; Ullstein Mosby 1997
  • 17 Oelke U-K. Planen, Lehren und Lernen in der Krankenpflegeausbildung: Begründungsrahmen und Entwicklung eines offenen, fächerintegrativen Curriculums für die theoretische Ausbildung. Basel; Recom-Verlag 1991
  • 18 Schädle-Deininger H, Villinger U. Praktische Psychiatrische Pflege. Bonn; Psychiatrie Verlag 1996
  • 19 Smerdka-Arheger I. Schlüsselqualifikationen - ein didaktischer Ansatz für die Pflege? In: PflegePädagogik 1/94. Basel; Friedrich Reinhard Verlag 1994: 4-9
  • 20 Thiel H, Jensen M. Klinikleitfaden Psychiatrische Pflege. Lübeck, Stuttgart, Jena, Ulm; Gustav Fischer 1997

01 Entsprechend des Krankenpflegegesetzes, das eine strukturierte und geplante Ausbildung, also auch der Praxisausbildung, fordert.

02 Nach Habermas [10] können durch Reflexion Abhängigkeitsverhältnisse offengelegt und verändert und damit Emanzipation und Mündigkeit möglich werden. Es kann ebenso offengelegt werden, welche Ideologie, Vormeinungen und Weltansichten unser Denken und Handeln bestimmen.

03 Philosophien sind Aussagen darüber, was man in Bezug auf die für die Disziplin relevanten Phänomene für wahr hält [6].

04 Nach Benner erhält die Erfahrung im Laufe der Praxisausübung einen zunehmenden Anteil in der Pflegekompetenz [2].

05 Und Kenntnisse der Pflegegeschichte, Ethik u. a.

06 Pflegetheorien sollten nach diesem Verständnis vom ersten Ausbildungstag an kontinuierlicher Inhalt der Ausbildung sein.

07 Angelehnt an die Gesundheitsdefinition nach Badura [1].

08 Dies geschieht überwiegend in der Ausbildung. Deshalb ist eine Verknüpfung von Theorie- und Praxisausbildung notwendig und Begründung für dieses Konzept.

09 Reflexion stellt gerade in der nichtmanuellen Tätigkeit ein wichtiges professionelles Kriterium dar, um das Handeln kritisch zu hinterfragen. Deswegen bedarf es einer permanenten Reflexion in der professionellen psychiatrischen Pflege, zur Förderung des Wohlbefindens aller.

10 Z. B. Ängste, Trauer, Scham, Schuld, Wut. Diese Gefühle sollten in der psychiatrischen Ausbildung diskutiert und analysiert werden, um einen Umgang mit ihnen auf der persönlichen und der fremden (Klienten-) Ebene reflektieren zu können.

11 Z. B. Integrative Validation, Realitätsorientierungstraining.

12 Z. B. auch die Leitung spezieller altengerechter Gruppen.

13 Vergl. Klafki und Schulz [12].

14 In Anlehnung an die Metaparadigmen der Pflege nach Fawcett: Pflege, Umwelt, Gesundheit und Mensch [6].

15 Dies gilt auch als integraler Anteil eines gesundheitsfördernden Total Quality Managements im Hinblick auf People-Empowerment. Dieses kann nur erfolgreich sein, wird es vom ersten Tag der Ausbildung an bewusst aufgenommen und umgesetzt. Examinierte Pflegende sollten in der Lage sein, kompetent im Sinne des TQM zu handeln, da sie gesetzlich zur Qualitätssicherung verpflichtet sind.

16 Im späteren Dasein als Examinierte wird die Erfahrungskompetenz noch einen größeren Einfluss gewinnen, als in der Ausbildung [2].

17 Dies ist Voraussetzung zur effektiven Umsetzung professioneller Qualitätssicherungsstrategien.

18 In Anlehnung an das Oelke-Curriculum [17].

19 In Anlehnung an das Oelke-Curriculum [17].

20 Zusätzlich zu allgemeinen pflegerischen Kompetenzen, Kennen von Pflegetheorien, spezieller Krankheitslehre und Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Ethik.

Arne Mahler

Grundstraße 42

28203 Bremen