Inf Orthod Kieferorthop 2001; 33(2): 139-151
DOI: 10.1055/s-2001-15749
Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Kraniofaziale Asymmetrie und Diskusverlagerung im Kiefergelenk bei weiblichen Jugendlichen: Eine posteroanteriore kephalometrische Studie[*]

Craniofacial asymmetry and temporomandibular joint internal derangement in female adolescentsBiljana Trpkova, Paul Mjor, Brian Nebbe, Narashima Prasad
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Publication Date:
31 December 2001 (online)

Zusammenfassung

Einseitige oder beidseitige pathologische Veränderungen im Bereich der knöchernen Strukturen der Kiefergelenke können, wegen der daraus resultierenden unterschiedlichen Größe und Form der rechten und linken Unterkieferseite, ausgeprägte Asymmetrien des Gesichtes zur Folge haben. Es ist bisher nicht bekannt, ob auch Anomalien der weichgewebigen Strukturen des Kiefergelenks zu einer kraniofazialen Asymmetrie führen können, die das normale Maß überschreitet. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die Häufigkeit von kraniofazialen Asymmetrien bei kieferorthopädischen Patientinnen mit ein- oder beidseitiger Diskusverlagerung im Vergleich zur Häufigkeit bei Patientinnen ohne Diskusverlagerungen. Das untersuchte Patientengut bestand aus 80 heranwachsenden Mädchen. Kernspintomogramme von beiden Gelenken dienten der objektiven, exakten Bestimmung des Ausmaßes der Diskusverlagerung. Die kraniofaziale Asymmetrie wurde an posteroanterioren Röntgenaufnahmen ausgemessen. Mädchen mit beidseitigen Diskusverlagerungen zeigten eine signifikant größere Asymmetrie in der vertikalen Position des Antegonion. Wenn die Diskusverlagerung auf der rechten Seite stärker ausgeprägt war, war auch der Ramus mandibulae derselben Seite kürzer ausgebildet, was eine deutliche Asymmetrie in diesem Bereich zur Folge hatte. In den übrigen kraniofazialen Bereichen unterschied sich die Gruppe mit gesunden Kiefergelenken im Ausprägungsgrad der Asymmetrien nicht signifikant von der Gruppe mit Diskusverlagerung. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass bei einer kieferorthopädischen Patientin mit beidseitiger Diskusverlagerung oder einseitiger Diskusverlagerung eine vertikale Diskrepanz im Unterkiefer bereits vorliegt oder sich noch ausbilden wird.

Abstract

Unilateral or bilateral pathology of the osseous components of the temporomandibular joint (TMJ) can result in pronounced facial asymmetry because of dissimilar size and shape of the right and left sides of the mandible. To date, it is unknown whether abnormalities of the soft tissue of the TMJ are associated with greater than normal craniofacial asymmetry. In this study, we investigated the amount of craniofacial asymmetry in female orthodontic patients with unilateral or bilateral TMJ internal derangement (TMJ ID) relative to the amount in female patients without TMJ ID. The total sample consisted of 80 female adolescents. Bilateral TMJ magnetic resonance images were used as a database for objectively scoring the severity of TMJ ID. Craniofacial asymmetry was measured from posteroanterior cephalograms. Females with bilateral TMJ ID had significantly greater asymmetry in the vertical position of the antegonion. If the TMJ ID was more advanced on the right side, the ipsilateral ramus was shorter, resulting in significant asymmetry in this region. In all other craniofacial regions, the amount of asymmetry was not significant between females with normal TMJs and those with TMJ ID. The results indicate that a female orthodontic patient with bilateral TMJ ID may present with or develop a vertical mandibular discrepancy.

0 Aus: Angle Orthodontist 2000, 70:81-88. Mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autor