Radiologie up2date 2001; 1(3): 275-297
DOI: 10.1055/s-2001-17421
Polytrauma
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Interdisziplinäres Management
von polytraumatisierten Patienten:
Beitrag der Radiologie

Peter  Messmer1 , Roland  Löw2 , Augustinus  Ludwig  Jacob2
  • 1Universitätskliniken Basel, Dept. Chirurgie, Allgemeinchirurgische Klinik, Abt. Traumatologie
  • 2Universitätskliniken Basel, Dept. Medizinische Radiologie, Abt. Diagnostische Radiologie
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Publication Date:
26 September 2001 (online)

Was dieser Beitrag leistet

Dieser Beitrag führt in das Problem der optimalen präklinischen und frühen klinischen Versorgung polytraumatisierter Patienten ein und versucht die Frage zu beantworten, welchen Beitrag die Radiologie wann liefern kann und muss. Der jeweilige Nutzen der Nativradiologie, der Sonographie und der Computertomographie wird gegeneinander abgewogen und konkrete Empfehlungen zur Auswahl und Durchführung werden gegeben. Die Fragen der optimalen „patient pathways”, der Schnelligkeit, Vollständigkeit und damit Qualität der Diagnostik nehmen einen breiten Raum ein. Die radiologische Symptomatologie und Differenzialdiagnostik wird wegen der Breite des Themas nur exemplarisch und verkürzt wiedergegeben und es wird insofern auf vertiefende Artikel verwiesen. Für den eiligen Leser: s. Zusammenfassung auf S. 293

CME-Fragen

Die folgenden Fragen beziehen sich auf den vorangehenden Beitrag. Bitte schicken Sie uns die entsprechenden Lösungsbuchstaben. Jeweils eine Antwort ist richtig. Die Vergabe von CME-Punkten ist an die korrekte Beantwortung der Multiple-Choice-Fragen gebunden.

Frage 1

Welche Aussage zur Epidemiologie des Polytraumas in Deutschland ist richtig?

A Von 1996 bis 1998 hat die Anzahl der an einem Unfall verstorbenen Menschen zugenommen.

B Frauen sind häufiger von einem Polytrauma betroffen als Männer.

C Der Verkehrsunfall ist die häufigste Ursache eines Polytraumas.

D Verletzungen des Abdomens sind häufiger als Verletzungen des Thorax.

E Humerusfrakturen sind die häufigsten Verletzungen an den Extremitäten.

Frage 2

Welche Aussage zu Verletzungen von Kopf und Hirn beim polytraumatisierten Patienten ist falsch?

A Bei Verdacht auf Vorliegen eines Schädel-Hirn-Traumas sollte bei hämodynamisch stabilen Patienten unverzüglich eine kranielle Computertomographie (CT) durchgeführt werden (falls CT vorhanden).

B Traumatische Subarachnoidalblutungen sind bei mittelschweren und schweren Schädel-Hirn-Traumen ein häufiger Befund.

C Bei Hirnkontusionen sind fleckige hyper- und hypodense Läsionen im Bereich der Hirnrinde ein häufiger Befund in der CT.

D Bei Scherverletzungen kommt es zu einer Verletzung von Nervenfasern, die man am häufigsten fronto-temporal an der subkortikalen Rinden-Mark-Grenze finden kann.

E Der Nachweis einer Subarachnoidalblutung sollte primär am sichersten mittels Magnetresonanztomographie (MRT) erfolgen (falls MRT vorhanden).

Frage 3

Welche Aussagen zu Verletzungen des Körperstammes im Rahmen eines Polytraumas sind richtig?

  1. Bei Frakturen der 10.-12. Rippe sollte nach Verletzungen von Leber, Milz und Nieren gesucht werden.

  2. Lungenkontusionen und
    -lazerationen sind mit der konventionellen Thoraxübersichtsaufnahme früher als mit der Computertomographie zu erkennen.

  3. Bei stumpfen Traumen der Leber besteht eine Prävalenz für die Verletzung des rechten Leberlappens.

  4. Beim Polytraumaprotokoll werden die Nieren üblicherweise in der kortikomedullären Phase untersucht.

A Alle Aussagen sind richtig.

B Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.

C Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.

D Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.

E Alle Aussagen sind falsch.

Frage 4

Mit Hilfe der Embolisation im Rahmen der konventionellen Angiographie können retroperitonale Blutungen in geeigneten Fällen schonender gestoppt werden als mit einer Operation,
weil
durch die chirurgische Eröffnung des Retroperitoneums die Autotamponade der Blutung aufgehoben wird.

A Aussagen 1 und 2 sind richtig. Die Verknüpfung beider Aussagen ist auch richtig.

B Aussagen 1 und 2 sind richtig. Die Verknüpfung beider Aussagen ist falsch.

C Aussage 1 ist richtig. Aussage 2 ist falsch.

D Aussage 1 ist falsch. Aussage 2 ist richtig.

E Beide Aussagen sind falsch.

Frage 5

Welche Aussagen über Aortenverletzungen im Rahmen eines Polytraumas sind richtig?

  1. Ca. 80-90% aller Patienten mit Aortenverletzungen versterben.

  2. Ein wichtiges Zeichen für eine Aortenverletzung auf der Thorax-Übersichtsaufnahme ist eine Verschattung des linken Oberfeldes.

  3. Ein Mediastinalhämatom wird immer durch eine Aortenverletzung verursacht.

  4. Ein wichtiges Zeichen für eine Aortenverletzung auf der Thorax-Übersichtsaufnahme ist eine Verlagerung des Tubus und/oder der Magensonde meist nach links.

A Alle Aussagen sind richtig.

B Keine der Aussagen ist richtig.

C Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.

D Nur die Aussage 1 ist richtig.

E Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.

Literatur

Korrespondenzadresse

Dr. Peter Messmer

Universitätskliniken Basel
Dept. Chirurgie
Allgemeinchirurgische Klinik
Abt. Traumatologie

Spitalstraße 21

4031 Basel, Schweiz

Phone: +41/61/265 2525

Fax: +41/61/265 7321

Email: Peter.Messmer@unibas.ch

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