Geburtshilfe Frauenheilkd 2002; 62(1): 30-36
DOI: 10.1055/s-2002-20279
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Knochendichte mit Bezug zur kognitiven Leistung im Alter

Sonographische Knochendichte- und Kognitions-Kurztest-Ergebnisse bei 362 SeniorinnenIs Bone Density Associated With Cognitive Function in Postmenopausal Women?J. M. Wenderlein, S. Hengstler
  • Universitäts-Frauenklinik Ulm
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Eingang Manuskript: 20.Juli 2001

Akzeptiert: 16. November 2001

Publication Date:
22 February 2002 (online)

Zusammenfassung

Mit Erlöschen der Ovarialfunktion um das 50. Lebensjahr und anschließendem Östrogendefizit für ca. 30 Jahre (mittlere Lebenserwartung derzeit 80 Jahre) stellt sich die Frage der Knochenabbau-Protektion durch Hormonersatztherapie (HRT) mit Nutzen-Risiko-Abwägung [[3], [5], [6], [16], [19], [24]].

Lässt sich zunehmender Verlust an Knochendichte mit länger zurückliegender Menopause als biologischer Marker für Östrogendefizit [[11]] nutzen, z. B. zur HRT-Beratung hinsichtlich Neuroprotektion? Vermehrte Gehirnleistungsstörungen bei längerem Östrogendefizit sind vielfältig bestätigt [[5], [9], [10], [12], [17], [18], [21], [22], [25], [26], [27], [31], [32], [35], [39], [40], [41], [42]].

Diese Pilotstudie wollte klären, ob und wie oft Beziehungen zwischen Knochendichte und kognitiven Funktionen bestehen.

Kritiker können bei dieser denkbaren Beziehung anführen, dass Osteoporose-Probleme mit eingeschränkter Mobilität und weniger sozialen Kontakten zu Kognitionsverlusten führen. Deshalb wurde als leicht erfahrbarer östrogenbezogener Parameter die Östrogendefizit-Zeit (Lebensalter abzüglich Menopausealter und den Jahren mit Hormonersatztherapie) erfasst. Auch Fettdepots als extraovarielle Östrogenquelle interessierten.

Die Werte dieser beiden Parameter sollten auch mit den Kognitions-Kurztest-Ergebnissen in Beziehung gebracht werden.

Wenn bei sonst gesunden, postmenopausalen Frauen der Verlust an Knochenmasse mit Kognitionsminderung häufiger als zu erwarten einhergeht, dann wäre das von beraterischem Interesse.

Abstract

Many women will live for 30 years or longer after menopause, raising the issue of hormone replacement therapy. The loss of bone density with increasing duration after menopause is a potential biological marker for an estrogen deficit. Also, a number of studies have indicated cognitive loss associated with long estrogen deficits. We studied whether bone density is associated with cognitive function. Osteoporosis may lead to restricted mobility and limited social contacts and thus to decreased cognitive function. We analyzed the duration of the estrogen deficit (years since menopause without hormone replacement) and fat depots as extraovarian estrogen sources in light of results of tests of short-term cognitive function. If bone loss were associated with decreased cognitive function in otherwise healthy postmenopausal women, this would be an issue in counseling with regard to hormone replacement.

Literatur

Prof. Dr. J. M. Wenderlein

Universitäts-Frauenklinik

Prittwitzstraße 43

89075 Ulm