Geburtshilfe Frauenheilkd 2002; 62(2): 163-166
DOI: 10.1055/s-2002-22116
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Sectio caesarea ohne Blasenpräparation: Eine sonographische Nachuntersuchung

Sonographic Findings after Cesarean Section without Formation of a Bladder FlapM. Hohlagschwandtner, K. Chalubinski, A. Nather, P. Husslein, E. A. Joura
  • Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien, Österreich
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Publication History

Publication Date:
18 March 2002 (online)

Zusammenfassung

Fragestellung

Ziel dieser Studie war es, die Inzidenz von Hämatomen bei Frauen nach Schnittentbindung mit und ohne Blasenpräparation zu vergleichen, da der Verzicht auf die Präparation der Harnblase zu einem geringeren Blutverlust führt.

Material und Methodik

Es wurden 64 Frauen, die an der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie der Universitätsfrauenklinik Wien sektioniert wurden, nach Randomisierung in die Studie eingeschlossen. In der Studiengruppe (n = 31) wurde die Schnittentbindung mittels Pfannenstiellaparotomie und querer transisthmische Uterotomie ca. 1 cm oberhalb der Plica vesicouterina ohne vorhergehende Abpräparation der Blasen durchgeführt, während in der Kontrollgruppe (n = 33) eine Blasenpräparation vor der Uterotomie erfolgte. Alle Frauen erhielten am 5. Tag post sectionem eine transabdominale und transvaginale Ultraschalluntersuchung. Ein Hämatom im Bereich der äußeren Blasenbegrenzung wurde als ein inhomogenes Areal, ≥ 2 cm im Durchmesser in Beziehung zur Uterotomie definiert.

Ergebnisse

Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich sonographisch darstellbarer Hämatome in den beiden Gruppen (23 % vs 30 %, p = 0,27). Der Blutverlust, die Mikrohämaturie und die Operationszeiten waren in der Studiengruppe vermindert. Keine der untersuchten Frauen zeigte einen fieberhaften postoperativen Verlauf.

Schlussfolgerung

Hämatome sind häufige sonographische Befunde nach Schnittentbindung. Bei Verzicht auf die Blasenpräparation zeigte sich analog dem verminderten Blutverlust ein Trend zu geringerer Hämatombildung. Dieses Detail war zwar in unserem Kollektiv ohne klinische Relevanz, ist aber ein deutlicher Hinweis für eine geringere Traumatisierung.

Abstract

Purpose

To evaluate the incidence of hematomas after cesarean section with and without formation of a bladder flap, since non-formation reduces blood loss.

Material and Methods

At the university hospital of Vienna 64 women undergoing cesarean delivery were randomly included into the study. In the study group (n = 31) cesarean section was performed with a Pfannenstiel and a low transverse uterine incision about 1 cm above the vesicouterine peritoneal fold, and without prior dissection and formation of a bladder flap. In the control group (n = 33) a common formation of a bladder flap was performed. All women underwent transabdominal and transvaginal ultrasound on the 5th day after delivery. Hematomas were defined as a inhomogeneous area ≥ 2 cm in diameter in relation to the uterine incision.

Results

No significant differences concerning sonographically diagnosed hematomas were found between the two groups (23 % vs. 30 %, p = 0.27). Operating time, bloodloss, and microhematuria were decreased in favor of the study group. No woman demonstrated postoperative fever.

Conclusion

Hematomas are common sonographic findings after cesarean section. Analogue to the reduced bloodloss a trend towards a lower incidence of hematomas was found after omission of the bladder flap. This fact was not of clinical importance in the study, but indicates less trauma.

Literatur

Maria Hohlagschwandtner

Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Abteilung für Geburtshilfe

Währinger Gürtel 18 - 20

1090 Wien

Österreich

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