Psychother Psych Med 2002; 52(3/4): 189-197
DOI: 10.1055/s-2002-24952
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Der „Fragebogen zu interpersonellen Schuldgefühlen” (FIS)

Anwendung in einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe und bei PsychotherapiepatientInnenThe German Short Version of the Interpersonal Guilt QuestionnaireValidation in a Population-Based Sample and Clinical ApplicationCornelia  Albani1 , Gerd  Blaser1 , Anett  Körner1 , Michael  Geyer1 , Reto  Volkart2 , Lynn  O'Connor3 , Jack  Berry3 , Elmar  Brähler4
  • 1Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum Leipzig, Anstalt öffentlichen Rechts
  • 2ZEPT - Zentrum für Psychotherapie, Zürich
  • 3The San Francisco Psychotherapy Research Group
  • 4Selbständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Universitätsklinikum Leipzig, Anstalt öffentlichen Rechts
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

28. 5. 2001

13. 8. 2001

Publikationsdatum:
08. April 2002 (online)

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wird die Entwicklung des „Fragebogen zu interpersonellen Schuldgefühlen” (FIS) vorgestellt, der eine deutsche Kurzform des „Interpersonal Guilt Questionnaire (IGQ)” von O'Connor et al. [1] darstellt. In einer Repräsentativbefragung wurde der Fragebogen an 652 Ostdeutschen und 1283 Westdeutschen normiert und psychometrisch geprüft. Es zeigte sich, dass Frauen höhere Werte auf den Skalen „Trennungsschuldgefühl” und „Schuldgefühl aus Verantwortung” als Männer angeben. Für Ostdeutsche lagen die Werte auf der Skala „Schuldgefühl aus Verantwortung” höher als bei Westdeutschen. Die ermittelten Zusammenhänge zwischen interpersonellen Schuldgefühlen und sozialer Unsicherheit sowie die Unterschiede zwischen einer Bevölkerungsstichprobe und PsychotherapiepatientInnen legen nahe, dass mit dem „Fragebogen zum interpersonellen Schuldgefühl” maladaptive Aspekte von Schuldgefühlen bzw. übertriebene/irrationale Schuldgefühle erfasst werden.

Abstract

The present study describes the development of the German short version „Fragebogen zu interpersonellen Schuldgefühlen” (FIS) of the „Interpersonal Guilt Questionnaire” (IGQ) developed by O'Connor et al. [1]. The questionnaire was used in a representative sample of 652 eastern and 1283 western Germans. Woman show higher scores on the subscales „Seperation Guilt” and „Omnipotent Responsibility Guilt” than man. Eastern Germans mark higher scores on the subscale „Omnipotent Responsibility Guilt” than western Germans. Correlations between interpersonal guilt and social anxiety and differences between a non-clinical and a clinical sample show that maladaptive aspects of guilt feelings can be assessed by the „Interpersonal Guilt Questionnaire”.

Literatur

1 Herrn Dr. U. Jacobs, Frau R. Schoß und Frau K. Branyon sei an dieser Stelle für ihre Unterstützung gedankt.

Dr. Cornelia Albani

Universitätsklinikum Leipzig AöR · Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin

K.-Tauchnitz-Straße 25

04107 Leipzig