Psychother Psych Med 2002; 52(3/4): 179-188
DOI: 10.1055/s-2002-24954
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Der Beziehungs-Muster-Fragebogen (BeMus): Validierung anhand einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe

The Relationship Patterns Questionnaire (RPQ): Validation by Using a Representative SampleRegina  A.  Kurth1 , Dan  Pokorny2 , Anett  Körner3 , Michael  Geyer4
  • 1Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Justus-Liebig-Universität Gießen
  • 2Abteilung Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum Ulm
  • 3Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Universität Freiburg
  • 4Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum Leipzig
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Publikationsverlauf

27. 12. 00

20. 8. 01

Publikationsdatum:
08. April 2002 (online)

Zusammenfassung

In dieser Studie wird die gegenwärtige Version des Beziehungs-Muster-Fragebogens (BeMus) als Nachfolger des Zwischenmenschlichen Beziehungs-Muster-Fragebogens, ZMBM [1] vorgestellt. Wie der ZMBM erhebt der BeMus auf der Grundlage des SASB-Modells [2] sowie der ZBKT-Methode [3] sowohl das eigene als auch das erwartete Beziehungsverhalten einer wichtigen Bezugsperson. Im Unterschied zum ZMBM ist der BeMus jedoch wesentlich kürzer und damit anwendungsfreundlicher. Die Studie beschreibt die Konstruktion sowie die psychometrische Überprüfung des Fragebogens anhand einer repräsentativen Untersuchung (n = 2007, Ost = 1015, West = 992). Ost- und Weststichprobe zeigen strukturelle Unterschiede hinsichtlich ihrer Beziehungsmuster, die unserer Meinung nach aus politisch-geschichtlichen Gründen nachvollziehbar sind. Anhand eines Einzelfalles, bei dem sowohl die Patientin als auch ihr Partner ihre Paarbeziehung einschätzten, wird die klinische Anwendung und die Konsequenz für das therapeutische Vorgehen in diesem Fall demonstriert.

Abstract

In this study the present form of the Relationship Patterns Questionnaire (RePat) will be presented as a successor of the Interpersonal Relationship Patterns Questionnaire (IRQ) [1]. Similar to the IRQ the RePat assesses the behavior of relationship concerning both one’s own and the anticipated behavior of an important person on the basis of the SASB model [2] and the CCRT method [3]. In contrast to the IRQ, the RePat is much shorter and thus easier to use. The study describes the construction and the psychometric examination of the questionnaire by using a representative study (n = 2007, East = 1015, West = 992). The samples of East and West Germany show structural differences concerning its relationship patterns, which in our opinion are plausible for political and historical reasons. The clinical application and their implications for therapeutic interventions will be demonstrated by a single case using both the patient's and her partner's assessment of their relationship.

Literatur

1 Auf die introjektive Ebene soll hier im Weiteren nicht eingegangen werden.

2 z-Wert: Der Skalenwert der Patientin bzw. des Partners wurde in Bezug auf die parallelisierte Normstichprobe unserer Hauptstudie (westdeutsche Frauen bzw. Männer zwischen 30 und 40 Jahren) standardisiert.

3 z-Differenz: Es wurde der Unterschied der entsprechenden Skalenwerte der Patientin und ihres Partners berechnet, dividiert durch die Schätzung der Standardabweichung der entsprechenden Normstichproben unserer Hauptstudie (weibliche bzw. männliche Probanden West zwischen 30 und 40 Jahren).

Dr. biol. hum. Regina A. Kurth

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie · Justus-Liebig-Universität

Ludwigstraße 76

35392 Gießen

eMail: regina.a.kurth@psycho.med.uni-giessen.de