Inf Orthod Kieferorthop 2002; 34(3): 173-178
DOI: 10.1055/s-2002-33995
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag

Retentionskatalog: Regeln und Maßnahmen der Rezidivprophylaxe

Plan of retention: rules and measuresDankmar Ihlow, Hans Nägerl, Bettina Lohrmann, Ulrike Grohmann, Dietmar Kubein-Meesenburg
  • Abteilung Kierferorthopädie·Universitätsklinikum Göttingen
Further Information

Publication History

Publication Date:
10 September 2002 (online)

Zusammenfassung

Therapeutisches Ziel nach Abschluss der aktiven kieferorthopädischen Behandlung ist eine Klasse I-Anordnung im Frontzahn-, Seitenzahn- und Gelenkbereich bei gleichzeitiger harmonischer Zuordnung der skelettalen Strukturen. Nach Erreichen dieses Behandlungszieles erscheint in der Regel ein Rezidiv als ein sich entwickelnder unterer frontaler Engstand. Die Frage ist, ob das mögliche Ausmaß des individuellen Rezidivs und die sich daraus ergebenden Retentionsmaßnahmen und deren Zeitdauer abschätzbar sind - eventuell auch schon prätherapeutisch.

In vivo-Messungen der Zahnbewegung, die an Patienten mit Engstandproblematik durchgeführt wurden, ergaben, dass eine nach mesial gerichtete Vorspannung des Faserapparates vorhanden ist, welche den Zahnbogen zusammenzieht. Patienten mit Lückenstand wiesen in keinem Fall eine derartige Vorspannung auf. Zum Erhalt des Behandlungszieles müssen sich folglich in Abhängigkeit von gewissen Dispositionen des Patienten, die im Faserapparat liegen, Erhaltungsmaßnahmen anschließen, deren Dauer individuell zu bemessen sind. Der von uns vorgestellte Retentionskatalog berücksichtigt die je nach Rezidivrisiko individuell erforderlichen Retentionsmaßnahmen und ist auch als Retentionsplan für den Behandler und den Patienten anwendbar.

Abstract

The goal of orthodontic treatment is a class-I-relation in the incisor and molar region as well as in the TMJ and a harmonic skeletal relationship. After accomplishing this goal a posttreatment relapse occurs as a crowding in the lower incisors. The question is whether it is possible to predict the individual amount of relapse, to estimate the retention measures necessary and the time needed. In-vivo measurements of tooth movement which were performed in patients with crowding showed that a mesial tension of the dento-gingival fibre system occurs which contracts the entire dental arch. Patients with spacing did not show this tension. To maintain the achieved treatment goal individual retention steps that are appropriate to the fibre apparatus have to be undertaken. The retention plan comprises the necessary retention steps based on the individual risk of relapse. This plan is useful as well for the orthodontist as well as for the patient.