Sportverletz Sportschaden 2003; 17(2): 80-83
DOI: 10.1055/s-2003-40134
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Biomechanische Untersuchungen zur Effektivität von Handgelenksprotektoren für das Inline-Skating

Biomechanical Examinations of the Efficiacy of Wrist Guards in Inline SkatingI.  Müller1 , M.  Vogiatzis1 , K.  Wiese1 , S.  Sönnichsen1 , T.  Zantop1 , K.  Oehlert1 , W.  Petersen1 , J.  Hassenpflug1
  • 1Klinik für Orthopädie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Publication Date:
20 June 2003 (online)

Zusammenfassung

Einleitung: Das Handgelenk und der Unterarm sind beim Inline-Skaten häufig von Verletzungen betroffen. Die Verletzungshäufigkeit dieser Körperregionen kann durch die Verwendung von Handgelenksprotektoren reduziert werden. Dennoch können Frakturen der Handgelenks-, und insbesonders der Ellbogenregion, auch bei angelegtem Handgelenksprotektor auftreten. Ziel dieser Arbeit war es, die Schockabsorptionseigenschaften verschiedener käuflich erwerblicher Handgelenksprotektoren zu analysieren. Methode: Von einen Messturm wurde eine mit einem Gewicht beschwerte Messhand aus Kunststoff an Schienen axial auf eine an einer Stahlfeder befestigte Plattform fallen gelassen. An die Hand wurde jeweils ein Handgelenksprotektor angelegt. Die auf den Unterarm einwirkenden Kräfte wurden über einen Kraftaufnehmer registriert. Die Ergebnisse verschiedener Handgelenksprotektoren wurden miteinander verglichen. Ergebnisse: Ohne Handgelenksprotektor wurden durch das standardisierte Trauma Durchschnittskräfte von 956 N erzielt. Durch die Applikation eines Protektors konnten die auf die Hand wirkenden Kräfte in unterschiedlichem Ausmaß reduziert werden. Die Kraftreduktion variierte in Abhängigkeit vom Modell zwischen 4 und 20 %. Die besten Werte wurden mit Modellen erzielt, bei denen die Kraft auf eine stark abgepolsterte Kunststoffplatte oder eine Spange übertragen wurde. Schlussfolgerungen: Trotz angelegtem Handgelenksprotektor können bei einem axialen Handgelenkstrauma hohe Kräfte auf die Hand übertragen werden. Diese Befunde erklären die Beobachtung, dass Handgelenks- oder Ellenbogenverletzungen (z. B. Frakturen) auch bei angelegter Schutzkleidung auftreten können. Die Schutzwirkung ist in hohem Maße vom Modell abhängig.

Abstract

Introduction: Fractures of the wrist and forearm are the most frequent injuries in Inline-Skating. Clinical experience has shown that these injuries can be prevented the use of wrist protectors. But various authors have shown that fractures can also occur despite the use of wrist protectors. Aim of this study was to examine different wrist protectors in a biomechanical set up. Method: A standardized trauma was simulated using an artificial hand with a certain weight. The forces with or without protective devices have been recorded by a force moment sensor. The results of different protectors have been compared. Results: A mean force of 956 N was measured without the use of a protective device. With the application of a wrist protector these forces were reduced between 4 and 20 %. The best values have been reached with models with a strong base plate. Conclusions: The results of the present study may explain the clinical observation that wrist and forearm fractures can occur despite the use of a wrist guard. The protective effect of a wrist protector depends highly on the model that is used.

Literatur

Dr. med. Wolf Petersen

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