Inf Orthod Kieferorthop 2003; 35(3): 205-212
DOI: 10.1055/s-2003-42320
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Oberflächenhärte von Kunststoffen für die Befestigung von lingualen Drahtretainern im Laborversuch und im klinischen Einsatz

Surface hardness of lingual retainer adhesives - laboratory and clinical findingsT. Büyükyilmaz1 , S. Üsümez1
  • 1Department of Orthodontics, Selçuk University, Konya, Turkey
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Publication Date:
24 September 2003 (online)

Zusammenfassung

Ziel der vorliegenden Studie ist 1) die Ermittlung der optimalen Aushärtungszeit für zwei verschiedene für die Befestigung von lingualen Kleberetainern entwickelte Kompositmaterialien. Dabei wurde mit einer konventionellen und einer leistungsstarken Halogenleuchte sowie mit einer Lichtbogenlampe ausgehärtet und das Ergebnis anhand der Oberflächenhärte nach Vickers ü berprüft. Außerdem wurde 2) überprüft, welche der drei Lichtquellen bei ein und demselben Kompositmaterial eine vergleichbare Oberflächenhärte zur Folge hatte. Als Maß für die Güte der Polymerisation wurde die Oberflächenhärte nach Vickers (HV) untersucht. Bei den verwendeten Lichtpolymerisationsgeräten handelte es sich um ein Power PAC (ADT), eine Lichtbogenlampe, und eine Optilux 501 (Kerr), eine lichtstarke Halogenlampe. Beide Geräte wurden mit einer Ortholux XT (3M), einer konventionellen Halogenleuchte, verglichen. Als kieferorthopädische Kompositmaterialien wurden Transbond Lingual Retainer (3M) und Light Cure Retainer (Reliance) untersucht. Als Gegenprobe diente das Autopolymerisat Concise (3M), sowohl in normal angemischter als auch in einer verdünnten Form. Transbond Lingual Retainer ließ sich mit dem Power PAC innerhalb von 6 Sekunden aushärten, mit der Optilux 501 in 10 Sekunden und mit der konventionellen Halogenlampe in 20 Sekunden. Light Cure Retainer benötigte für die Aushärtung demgegenüber 15 Sekunden mit dem Power PAC, 10 Sekunden mit der Optilux 501 und 40 Sekunden mit der konventionellen Ortholux XT. Die Endhärten nach Vickers betrugen für Transbond Lingual Retainer, Concise normal, Concise verdünnt und Light Cure Retainer 62,8, 52,4, 46,0 bzw. 40,4. Innerhalb der einzelnen Materialgruppen ergaben sich hinsichtlich der Endhärte keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den verwendeten Polymerisationslampen. Demgegenüber ergaben sich zwischen den einzelnen Kompositmaterialien statistisch signifikante Unterschiede in der Endhärte. Lichtbogenlampen oder lichtstarke Halogenleuchten ermöglichen die Aushärtung von Kompositmaterialien in deutlich kürzerer Zeit, als konventionelle Halogenpolymerisationslampen. Die Endhärte der Oberfläche als Gradmesser für die Güte der Polymerisation scheint für alle drei Geräte vergleichbar zu sein. Daher empfiehlt sich in der Praxis der Einsatz von lichtstarken Halogen- bzw. Lichtbogenlampen zur Verkürzung der Arbeitszeit am Patienten.

Abstract

The present study aims to 1) identify the optimum cure times of 2 different lingual retainer adhesives with a conventional halogen, a fast halogen and a plasma arc light through measurement of Vickers surface hardness and 2) to determine whether different lights produce similar surface hardness values for the same adhesive resin material. The investigated polymerization characteristic was Vickers surface hardness (VHN). The investigated plasma arc curing unit was Power Pac (ADT) and fast halogen was Optilux 501 (Kerr). The conventional curing unit Ortholux XT (3M) was used as baseline. Evaluated orthodontic lingual retainer adhesives were Transbond LR (3M) and Light Cure LR (Reliance). Concise (3M) and diluted Concise were used as baseline. Irradiation with Power Pac for 6 seconds provided polymerization of Transbond LR which could be achieved in 10 sec with Optilux and in 20 sec with the conventional halogen. The minimum curing times were 15 sec for Power Pac, 10 sec for Optilux and 40 sec for conventional halogen when Light Cure LR was used. Final Vickers hardness value of Transbond LR, Concise, diluted Concise and Light Cure LR were 62.8, 52.4, 46.0 and 40.4 respectively. When cured with different polymerization units, the difference in final surface hardness values for each resin were not statistically significant. However, different adhesives demonstrated significantly different surface hardness values. Plasma arc curing or fast halogen units make it possible to polymerize resin composite in much shorter times than conventional curing units, and the surface hardness which is a polymerization characteristic associated with the units does not seem to be lower with fast curing units. Therefore these units are suggested for clinical use to save chair side time.