Inf Orthod Kieferorthop 2003; 35(3): 177-187
DOI: 10.1055/s-2003-42322
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Der Zahnfollikel bei normal und ektopisch durchbrechenden oberen Eckzähnen: eine computertomographische Untersuchung

The dental follicle in normally and ectopically erupting maxillary canines: A computed tomographic studyS. Ericson1 , K. Bjerklin2
  • 1Associate Professor, Chairman, Department of Oral and Maxillofacial Radiology, Institute for Postgraduate Dental Education, Jönköping, Sweden
  • 2Associate Professor, Chairman, Department of Orthodontics, Institute for Postgraduate Dental Education, Jönköping, Sweden
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Publication Date:
24 September 2003 (online)

Zusammenfassung

Bei den Probanden der vorliegenden Studie handelte es sich um Kinder, bei denen aufgrund verlagerter oberer Eckzähne ein erhöhtes Risiko für Resorptionen an den benachbarten Zahnwurzeln bestand und bei denen eine röntgenologische Voruntersuchung erfolgt war. 107 Kinder im Alter zwischen 9 und 15 Jahren wurden computertomographisch untersucht, um die Merkmale des Zahnfollikels bei durchbrechenden Eckzähnen beschreiben zu können. In der Probandengruppe waren 156 obere Eckzähne ektopisch und 58 lagen normal. Die Kiefer wurden im Bereich der Eckzähne mit aufeinander folgenden transversalen CT-Scans untersucht. Anhand dieser Aufnahmen war es möglich, die Größe und die Form der Zahnsäckchen Schicht für Schicht über die gesamte Höhe des Follikels zu verfolgen. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Größe und die Gestalt des Zahnfollikels individuell stark unterschiedlich war. Die größte Ausdehnung des Follikels, gemessen zwischen Zahnkrone und Rand des Zahnsäckchens, schwankte zwischen 0,5 mm und 7,0 mm. Sie betrug für die gesamte Stichprobe durchschnittlich 2,9 mm und 2,7-3,2 mm bei einem Konfidenzintervall von 95 %. Zwischen der Größe und der Form des Follikels ergaben sich keine Beziehungen zu Geschlecht, zum Lebensalter, zum Durchbruchsstadium, zur Neigung der Eckzahnkrone oder zur Breite des Zahnbogens. Allerdings waren Größe und Gestalt des Zahnsäckchens signifikant mit der Lage des oberen Eckzahnes via-à-vis zum benachbarten seitlichen Schneidezahn verknüpft. Dies lässt darauf schließen, dass vermutlich in erster Linie lokale anatomische Verhältnisse für die Form und die Größe des Follikels verantwortlich sind. Die Zahnsäckchen der verlagerten Eckzähne waren im Schnitt größer, als die der normal liegenden Zähne. Bei einem Konfidenzintervall von 95 % betrug die Größe des Follikels 2,3-2,7 mm, bei vestibulär stehenden Zä hnen 2,4-4,1 mm, bei palatinal verlagerten Eckzähnen 2,6-3,0 mm und bei gegenüber den seitlichen Schneidezähnen nach apikal verlagerten Zähnen 2,9-4,1 mm. Die innerhalb der Variationsbreite eher großen Zahnsäckchen verursachten keine Schäden an den benachbarten Zähnen. Zystisch veränderte Follikel konnten zwar nachgewiesen werden, allerdings waren sie im CT-Scan nicht von physiologisch vergrößerten Zahnsäckchen zu unterscheiden. Schließlich wurde der Einfluss von verschiedenen untersuchten Faktoren auf die Größe des Zahnsäckchens der oberen Eckzähne mit Hilfe von Regressionsmodellen untersucht.

Abstract

The subjects in the study were children who were X-rayed because of increased risk for resorption following ectopically erupting maxillary canines. One hundred and seven children 9 to 15 years of age with 156 ectopically and 58 normally erupting maxillary canines were investigated by computed tomography (CT) to describe the features of the dental follicles of the erupting maxillary canines. Contiguous, transverse CT scans were exposed through the maxilla in the canine region and the width and shape of the dental follicles were registered scan by scan throughout the extension of the follicle. The width and the shape of the dental follicle of the erupting maxillary canine varied to a great extent. The range of the maximum width, measured from the crown to the periphery of the follicle, was 0.5-7.0 mm, with a mean of 2.9 mm and a 95 % confidence interval of 2.7-3.2 mm for the entire sample. No relationship was found between the width or shape of the follicles and sex, age, stage of eruption, inclination of the canine, or width of the dental arch. However, the location of the maxillary canine vis-à-vis the adjacent incisor was significantly associated with the width of the follicle, which indicated that local anatomic conditions might influence the width and shape of the follicle. The dental follicles of the ectopically erupting canines were, on average, wider than those of the normally erupting canines. The 95 % confidence interval for the normally erupting canines was 2.3-2.7 mm; for the buccally erupting canines 2.4-4.1 mm; for the lingually erupting canines 2.6-3.0 mm; and for the apically erupting canines in relation to the lateral incisors 2.9-4.1 mm. Canine follicles that were wide but within normal limits did not cause deviations in adjacent teeth. Cystically degenerated dental follicles were found, but were indistinguishable on the CT scans from those that had been widened physiologically. The contributions of the studied variables to the variation in the width of the dental follicle of the maxillary canine were analyzed with regression models.