Inf Orthod Kieferorthop 2003; 35(3): 213-224
DOI: 10.1055/s-2003-42324
Fallberichte

© Georg Thieme Verlag

Das Dynamax-System - eine neue funktionskieferorthopädische Apparatur

The “Dynamax system” - a new orthodontic applianceN. Bass1 , T. Hofmann2 1 Originalarbeit: Dr. Neville Bass · 4 Queen Anne Street · GB-London W1G 9LQ 2 Übersetzung und Patientenbeispiele: Dr. Thomas Hofmann
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Publication Date:
24 September 2003 (online)

Zusammenfassung

Eine neu entwickelte funktionskieferorthopädische Apparatur wird vorgestellt. Diese hat viele Merkmale und die bekannten Vorteile der ursprünglichen Bass-Apparatur, die Herstellung und klinische Anwendung aber wurden wesentlich vereinfacht. Eine schrittweise Aktivierung des Unterkiefers, eine Expansion im Oberkiefer, die Kontrolle über das Wachstum der Maxilla, über den Torque der oberen Schneidezähne und das vertikale Gesichtsschädelwachstum wurden in eine neue, zweigeteilte Apparatur inkorporiert. Eine Behandlung mit einer festsitzenden Apparatur kann gleichzeitig mit der orthopädischen Korrektur in einem oder beiden Zahnbögen erfolgen.
Ein vorgefertigtes Federmodul im Oberkieferteil ermöglicht eine maxilläre Expansion und eine schrittweise Aktivierung der Mandibula. Die Aktivierung des Unterkiefers bleibt während der Mundöffnungsbewegung erhalten, um eine maximale orthopädische Wirkung zu erzielen. Der untere Teil der Apparatur kann herausnehmbar oder festsitzend als Lingualbogen hergestellt werden. Der übliche Konstruktionsbiss kann entfallen und die Herstellung im Labor ist ohne Artikulator oder Fixator möglich.
Das vorgefertigte Federmodul stabilisiert die Apparatur derart, dass die Basis des Oberkiefergerätes grazil mit einem minimalen Anteil an Akrylatkunststoff im Labor hergestellt werden kann. Es gibt keinen intermaxillären Kunststoffkörper, so dass die Seitenzähne in eine normale Beziehung durchbrechen können, ohne die Untergesichtshöhe zu erhöhen. Der Kontakt zwischen dem oberen und unteren Teil der funktionskieferorthopädischen Apparatur erfolgt im lingualen Sulkus, damit das Sprechen nicht wesentlich behindert wird.

Abstract

A new design of orthopaedic appliance is presented. It has many of the features and advantages of the original Bass Orthopaedic System, but construction and clinical use are now significantly simplified. Progressive mandibular advancement, maxillary expansion, control of maxillary growth, incisor torque and control of vertical facial development are incorporated into a two-part appliance. Fixed appliance therapy can be carried out in one or both arches at the same time as orthopaedics.
A prefabricated spring module provides maxillary expansion and progressive mandibular advancement. There is no need for a construction bite and the appliance can be made without the use of an articulator. The lower portion of the appliance may be removable or fixed as a lingual arch. The forward mandibular position is maintained through the range of mandibular opening, to give maximum orthopaedic efficiency.