Zielsetzung: Kürzlich zeigten wir, dass das Trinken von Wasser einen Anstieg im Energieumsatz
bewirkt. Der Mechanismus dafür ist bisher unbekannt.
Methoden: Vierzehn gesunde Probanden (7 Männer: Alter 29±3 Jahre, BMI 24±1kg/m2; 7 Frauen: Alter 27±2 Jahre, BMI 21±1kg/m2) nahmen an der Studie teil. Wir untersuchten den Effekt des Trinkens von 500ml Wasser
auf den Energieumsatz (EU) und die Substrat- Oxidationsraten mittels indirekter Kalorimetrie.
Bei acht Probanden wurde der Test nach Einnahme von 100mg Metoprolol wiederholt. Weiterhin
wurde die Wirkung von 22°C and 37°C warmem Wasser verglichen. Schließlich wurde der
Effekt von Wasser trinken auf den Fettgewebsstoffwechsel ohne oder mit systemischer
bzw. lokaler β-Adrenorezeptor-Blockade mittels Mikrodialyse untersucht.
Ergebnisse: Wasser trinken erhöhte den EU um 30%. Der Anstieg erfolgte innerhalb von 10min und
erreichte ein Maximum nach 30–40min. Während des Anstieges im EU dominierte die Lipid-Oxidation
bei Männern bzw. die Kohlenhydrat-Oxidation bei Frauen. Diese Effekte waren unter
systemischer β-Adrenoreceptor-Blockade vermindert. Der Anstieg im EU betrug 70 kJ
bei 22 bzw. 40 kJ bei 37° C warmem Wasser. Bei den Männern stieg das Dialysat-Lactat
signifikant um 50% nach dem Trinken von Wasser allein, nicht jedoch bei gleichzeitiger
systemischer β-Blockade. Bei den Frauen blieb das Dialysat-Laktat unverändert nach
dem Trinken von Wasser allein, stieg jedoch um 50% unter systemischer β-Blockade.
Zusammenfassung: Unsere Daten deuten darauf hin, dass der Anstieg im EU nach dem Trinken von Wasser
durch eine Aktivierung des sympathetischen Nervensystems und eine erhöhte Stimulation
von β-Adrenorezeptoren, v.a. außerhalb des weißen Fettgewebes (Leber, Muskel), vermittelt
wird.