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DOI: 10.1055/s-2005-836307
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York
Forensische Aspekte bei plastisch ästhetischen Operationen an der weiblichen Brust
Vortrag am 2. September 2004 - FreiburgForensic Aspects of Female Breast Reconstructive SurgeryPublication History
Publication Date:
30 March 2005 (online)
Vorwort
Seit Jahrzehnten ist die Primärchirurgie des Mammakarzinoms, aber auch die Primär- und Sekundärrekonstruktion nach Mastektomie fester Bestandteil der operativen Gynäkologie.
Nicht erst seit Etablierung der Arbeitsgemeinschaft für Wiederherstellende Operationen in der Gynäkologie vor über 10 Jahren haben Brustoperateure unseres Faches wegweisende Beiträge in der plastischen und rekonstruktiven Mammachirurgie Innovationen entwickelt. Dies betrifft sowohl wiederherstellende Verfahren nach der Mastektomie, als auch im Rahmen der organerhaltenden oder brusterhaltenden Therapie des Mammakarzinoms. Zusammengefasst ist dies unter dem Begriff onkoplastische Operationen, der sich auch im angelsächsischen Schrifttum als oncoplastic surgery etabliert hat.
Vor dem Hintergrund von Fachabgrenzungen entstanden Diskussionen, die darauf fokussierten, ob Gynäkologen überhaupt noch plastische und rekonstruktive Operationen, insbesondere bei der Mamma durchführen könnten und dürften. Hinzuweisen ist deshalb, dass sowohl die ablativen als auch rekonstruktiven operativen Verfahren der Mammachirurgie in unserer Weiterbildungsordnung abgebildet sind. Um so wichtiger ist es, dass alle Brustoperateure unseres Faches sich einer fundierten operativen Ausbildung in diesem Gebiet unterziehen und sich in diesem Spezialgebiet der operativen Gynäkologie kontinuierlich weiterbilden. Diese Voraussetzungen sind in Deutschland flächendeckend gegeben, wissenschaftliche Kongresse, Buchbeiträge, Vorträge, Live-Surgery-Veranstaltungen und Kurse spiegeln den hohen Standard der plastischen Mammachirurgie unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wieder.
Wichtig erscheint, dass sich innerhalb von Frauenklinik Spezialeinheiten etablieren, die sich durch Kontinuität und kontinuierliche Ausbildung auch der jüngeren Kolleginnen und Kollegen auszeichnet. Ebenso wichtig ist es, Standards für die verschiedenen operativen Eingriffe zu formulieren, die es möglich machen, insbesondere bei forensischen Fragestellungen das Vorgehen state of the art nachzuweisen.
Dr. Holger Dieterich
2 so Prof. Berg, mdl. Auskunft am 30.8.2004
4 Gerber u. a., Deutsches Ärzteblatt 2003, A 474
6 vgl. Biemer, DÄBl. 2003, A 1947
7 vgl. RGSt 59, 355; 67, 12, 20; BGHSt 3, 91; 10, 133; NJW 1984, 655
8 Eb. Schmidt, Der Arzt im Strafrecht, 1939, S. 131
9 OLG München, MedR 1988, 187, 188; OLG Düsseldorf, NJW 1963, 1679 f
10 Friedebold, Aufklärungspflicht aus ärztlicher Sicht, in: Bericht über die unfallmed. Tagung in Garmisch-Partenkirchen, 1979, Heft 38, S. 31
11 OLG Hamburg, MDR 1982, 580 f
12 BGH MedR 1991, 85 f; s. auch OLG Düsseldorf, VersR 2001, 374 ff
13 Gerber u. a., a. a. O., A 474
Prof. Dr. Dr. Klaus Ulsenheimer
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