Inf Orthod Kieferorthop 2005; 37(3): 159-165
DOI: 10.1055/s-2005-836894
© Georg Thieme Verlag

Klasse-II-Behandlung - Fragebogen und Fallbeispiele

Class II Malocclusion Treatment - Questionaire and Case ReportsN. Bass
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Publication Date:
05 October 2005 (online)

Frage 1

Beobachten sie bei ihren Klasse-II-Patienten häufiger eine maxilläre Protrusion oder eine mandibuläre Retrusion? Welche Parameter verwenden sie zur Diagnostik der Klasse-II-Fehlbisslage? Welches kephalometrische Analyseverfahren und welche Weichteilpunkte bzw. -strecken verwenden sie?

Die Mehrzahl der Patienten mit skelettaler Klasse II hat eine mandibuläre Retrusion. Die maxilläre Protrusion ist eher ungewöhnlich. Die beste Art der Diagnose ist es, den Patienten seinen Unterkiefer nach vorne schieben zu lassen und dann das Profil und das Gesicht zu beurteilen. Wenn Profilverlauf und Gesicht harmonischer erscheinen, dann handelt es sich um eine mandibuläre Retrusion, wenn das Ganze nach bimaxillärer Protrusion aussieht, dann steht die Maxilla zu weit vorne. Es gibt keine kephalometrischen Zahlenwerte, die eine wirkliche Diagnostik ermöglichen, das ist alles eine Frage der ästhetischen Einschätzung. Zur Bestimmung des Ausmaßes der weichgewebigen Retrusion des Unterkiefers und der korrekten Stellung der oberen Schneidezähne im Gesicht verwende ich mein eigenes ästhetisches Analyseverfahren [1] [2].