Laryngorhinootologie 2005; 84: 233-250
DOI: 10.1055/s-2005-861148
Gestörte Schutzfunktion der Gesichtshaut
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Gestörte Schutzfunktion der Gesichtshaut
Operative Behandlung bei Funktionsstörungen der Gesichtshaut

M.  O.  Scheithauer1 , G.  Rettinger1
  • 1HNO-Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Ulm (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. med. G. Rettinger)
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Publication Date:
22 April 2005 (online)

Zusammenfassung

Als Grenzorgan zwischen Innen- und Außenwelt hat die Haut in erster Linie eine Schutzfunktion vor mechanischen Schäden, Hitze und Kälte sowie vor energiereicher Strahlung. Durch Rezeptoren für Druck, Bewegung, Wärme und Kälte ist sie gleichzeitig „Sinnesorgan” und über die Schweißsekretion an der Thermoregulation und am Elektrolythaushalt beteiligt. Nicht alle diese Aufgaben sind für die Gesichtshaut relevant, jedoch spielt hier zusätzlich die ästhetische Funktion eine große Rolle.

Störungen betreffen in erster Linie die Schutzfunktion bei Defekten und Narben. Als Prinzipien der operativen Korrektur gelten: Minimale Narbenbildung durch Beachtung der vorgeschlagenen Schnittlinien im Gesicht, Bevorzugung lokaler Hautlappen zur Defektdeckung aufgrund von Hauttextur, Kolorit und Sensibilität sowie die Berücksichtigung der ästhetischen Einheiten. Gewebekulturen, Okklusionsverbände und der Einsatz von Wachstumsfaktoren sind neuere Entwicklungen.

Altersbedingte Hautveränderungen mit Störung der ästhetischen Funktion sind gekennzeichnet durch Faltenbildungen und Erschlaffungen. Die so genannte „Rejuvenation” hat sich zu einem wichtigen Teil der Hautchirurgie entwickelt. Die Oberflächenbehandlung, insbesondere bei Fältelung und Aknenarben ist Einsatzgebiet verschiedener Laser, tiefere Falten können mit Füllmaterialien aufgepolstert werden. Die Einbeziehung des „superficial musculoaponeurotic system” (SMAS) führt bei Gesichtsstraffungen zu dauerhafteren und natürlicheren Ergebnissen. Die Oberlidblepharoplastik wegen überhängender Deckfalten wird in vielen Fällen durch eine Stirnstraffung mit Augenbrauenanhebung ergänzt.

Durch optimierten Einsatz von Wachstumsfaktoren und auch synthetischen Materialien als Matrix wird versucht, die Haut in einer Qualität zu ersetzen, die ihren Funktionen so nahe wie möglich kommt. Insgesamt gilt jedoch weiterhin die Rekonstruktion von Defekten durch einen lokalen Gewebetransfer als Methode der Wahl.

Literatur

Dr. Marc Oliver Scheithauer

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