Hintergrund: Für Tumorpatienten ist besonders in der präoperativen Phase die Informationsvermittlung
von zentraler Bedeutung. So zeigte eine Vorstudie, dass schlecht informierte schwer
kranke Patienten ein schlechteres Behandlungsergebnis (Lebensqualität) erzielen als
gut Informierte. Aufgrund dieser Situation wird neben der stationären Versorgung ein
präoperatives Informationsprogramm für onkologische Patienten und ihre Angehörigen
in der chirurgischen Akutklinik angeboten. Mit dem Informationsprogramm sollen 1.
die Betroffen in ihrer Bewältigungskompetenz gefördert werden; und 2. belasteten Patienten
bereits in der Phase der Diagnostik psychologische Unterstützung angeboten werden.
Material und Methoden: Gemeinsam mit ihren Angehörigen werden Patienten eingeladen, bei denen ein gastrointestinales
oder Bronchialkarzinom diagnostiziert wurde und eine kurative Operation geplant ist.
In der Informationsveranstaltung werden generelle Aspekte einer Tumorerkrankung, chirurgisches
Vorgehen, diagnostische Prozeduren, Abläufe und psychologische Aspekte im Umgang mit
der Krankheit und Behandlung erklärt. Als Begleitevaluation werden die Lebensqualität
und die psychosoziale Belastung (EORTC QLQ-C30, Hornheider Kurzfragebogen) erhoben.
Ergebnisse: Eingeladen wurden bisher 310 Patienten, 127 (41%) sind dieser Einladung gefolgt,
überwiegend in Begleitung ihrer Angehörigen (N=114). Männer nahmen signifikant häufiger
teil, als Frauen. Die durchgeführte „Machbarkeits-Studie“ zeigt, dass sich solch ein
Projekt logistisch realisieren lässt und die Veranstaltung sehr positive Resonanz
findet. Weitere Ergebnisse zur Lebensqualität und psychosozialen Belastung werden
dargestellt. Schlussfolgerungen: Insgesamt ist ein Informationsprogramm in der Phase der präoperativen Diagnostik
logistisch realisierbar, und wird von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. Bereits
eine kurze Intervention wird von den Patienten als ausgesprochen hilfreich bei der
Bewältigung der Erkrankung erlebt.