Hintergrund/Ziele und Forschungsfragen: Die Kerndokumentation für Palliativpatienten findet jährlich in einem gemeinsam definierten
Zeitraum und Umfang statt. Sie umfasst mindestens eine standardisierte Dokumentation
zum Zeitpunkt der Aufnahme und des Betreuungsendes in spezialisierten und nicht-spezialisierten
stationären und bei ambulanten spezialisierten Ärzten und Pflegediensten. Es sind
Übereinstimmungen und Unterschiede innerhalb und zwischen den Betreuungsformen festzustellen
sowie die Qualität der Versorgung aufzuzeigen und wenn möglich und nötig zu verbessern.
Welche Dokumentations-Kriterien sind für eine systematische Patientenbetreuung notwendig
und geeignet? Material und Methoden: 2004 wurden in 94 Einrichtungen (68 Palliativstationen, 3 Onkologische Stationen,
12 stationäre Hospize, 8 ambulante Ärzte, 3 ambulante Palliativpflegedienste) Therapieverläufe
von 2214 Patienten dokumentiert. Ergebnisse: Etwa die Hälfte der Patienten kann von Palliativstationen nach einer Kompensation
der körperlichen, pflegerischen und psychischen Symptome, der Anleitung von Angehörigen
und der Organisation der Betreuung nach Hause entlassen werden, in Hospizen verbleiben
die Patienten in der Regel bis zu ihrem Lebensende. Palliativärztliche und –pflegerische
ambulante Dienste können ca.75% ihrer Patienten bis zum Lebensende zu Hause betreuen,
nur 25% (55% bundesweit) gehen doch noch stationär. Dabei sind Abstriche bei der Symptomkontrolle
zu tolerieren. Schlussfolgerungen und Diskussion: Bisher haben Vergleiche zwischen spezialisierter und nicht-spezialisierter Betreuung
von Palliativpatienten Unterschiede vor allem in der Sicherheit und Zufriedenheit
von Patienten und Angehörigen in der Sterbephase herausarbeiten können. Nach diesen
Daten können auch Patienten mit starken Symptomen ihrem Wunsch entsprechend zu Hause
betreut werden, wenn spezialisierte Dienste zur Verfügung stehen. Dies ist bundesweit
nicht der Fall, daher auch in unseren Daten –noch- nicht repräsentativ.