Geburtshilfe Frauenheilkd 2006; 66(1): R1-R28
DOI: 10.1055/s-2006-923789
GebFra-Refresher

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Klimakterium und Hormontherapie

P. Stute1 , L. Kiesel1
  • 1Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Münster
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Publication Date:
31 January 2006 (online)

Die Menopause

Menopause: permanentes Ausbleiben der Menstruation durch erloschene Hormonbildung in den Ovarien.

ist ein natürlicher, biologischer Prozess und keine Östrogenmangelerkrankung. Sie ist definiert als das permanente Ausbleiben der Menstruation als Folge eines Verlustes der Hormonbildung durch die Eierstöcke. Sie tritt spontan (natürliche Menopause) oder iatrogen (induzierte Menopause) als Folge von Operation, Strahlen-, Chemo- oder antiöstrogener Hormontherapie ein. Die natürliche Menopause ist eingetreten, wenn während eines Zeitraums von 12 Monaten keine Regelblutung mehr aufgetreten ist und es dafür keinen anderen offensichtlichen (pathologischen oder physiologischen) Grund gibt.

Von „vorzeitiger Menopause“

Vorzeitige Menopause: letzte Menstruation vor dem 40. Lebensjahr.

(Climacterium praecox) spricht man, wenn die letzte Menstruation vor dem 40. Lebensjahr eintritt. Es existiert kein adäquater unabhängiger Marker für die Menopause. Sie kann nicht im Voraus bestimmt werden. In den westlichen Ländern tritt die Menopause durchschnittlich im Alter von 51,4 Jahren ein. Es werden verschiedene Stadien des reproduktiven Alterns unterschieden (Abb. [1]). Der menopausale

Perimenopause: Zeitraum des
menopausalen Übergangs bis ein Jahr nach der Menopause.

Übergang, welcher mit einer Variabilität der Zykluslänge und endokrinen Veränderungen einhergeht, beginnt im mittleren Alter von 47,5 Jahren, dauert etwa 4 Jahre und endet mit der letzten Regelblutung. Die Perimenopause umfasst den menopausalen Übergang und ein Jahr nach der Menopause.

Abb. 1 Stadien des normalen reproduktiven Alterns (in Anlehnung an NAMS [[1]]).

Trotz steigender Lebenserwartung hat sich der Zeitpunkt der natürlich eintretenden Menopause in den letzten Jahrhunderten nicht wesentlich verändert. Für Nikotinabusus und genetische Polymorphismen des Östrogenrezeptors konnte ein Zusammenhang mit dem Beginn des menopausalen Übergangs gezeigt werden. Es gibt Hinweise dafür, dass Multiparität und ein hoher Body-Mass-Index (BMI) mit einer später als der Durchschnitt und Nulliparität, medikamentös behandelte Depressionen, Epilepsie mit hoher Anfallsfrequenz, Radiatio des kleinen Beckens oder Alkylanzienchemotherapie im Kindesalter mit einer früher als der Durchschnitt eintretenden Menopause assoziiert sind. Orale Kontrazeptiva, sozioökonomischer Status, Rasse und Menarchenalter haben keinen Einfluss auf das Menopausenalter.

1998 betrug die Zahl der Frauen in der Postmenopause weltweit etwa 477 Millionen; 2025 werden es u. a. auf Grund der steigenden Lebenserwartung schätzungsweise 1,1 Billionen sein. Somit stellt diese Lebensphase auf Grund der assoziierten psychischen und physischen Veränderungen nicht nur eine individuelle, sondern auch sozioökonomische Herausforderung dar [[1]].

Literatur

Dr. Dr. Petra Stute

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Albert-Schweitzer-Straße 33

48149 Münster

Email: [email protected]

Ludwig Kiesel

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Albert-Schweitzer-Straße 33

48149 Münster

Email: [email protected]