Geburtshilfe Frauenheilkd 2006; 66(5): 495-498
DOI: 10.1055/s-2006-924141
Fallbericht

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Monströses Fundusmyom in der Schwangerschaft - Ein Fallbericht

Monstrous Leiomyoma of a Gravid Uterus - Case ReportJ. Westphal1 , H.-J. Seewald1 , E. Schleußner1
  • 1Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Publication History

Eingang Manuskript: 17.2.2006 Eingang revidiertes Manuskript: 31.3.2006

Akzeptiert: 5.4.2006

Publication Date:
23 May 2006 (online)

Zusammenfassung

Leiomyome des Uterus sind die häufigsten benignen Raumforderungen des weiblichen Genitales. Im Durchschnitt sind 20 bis 30 % aller Frauen über 30 Jahren davon betroffen. Die altersbezogene Häufigkeit bei Afroamerikanerinnen ist zwei- bis dreimal höher als in der kaukasischen Rasse. Hormonell stimuliert können Myome während der Schwangerschaft wachsen und dadurch zu einer erhöhten Komplikationsrate führen. In der vorliegenden Kasuistik berichten wir über den Schwangerschaftsverlauf einer 37-jährigen Westafrikanerin (Grav II/Para I) mit einem monströsen Fundusmyom des graviden Uterus. Die Vorstellung in unserer Klinik erfolgte aufgrund erheblicher Beschwerdesymptomatik durch rasche Zunahme des Bauchumfangs. Die Schwangerschaft konnte erfolgreich bis zur vollendeten 34. SSW prolongiert werden. Wegen Progredienz der Beschwerden wurde in der 34 + 4. SSW die primäre Sectio caesarea mit Kindsentwicklung aus Beckenendlage (2170 g, 46,5 cm, pH‐NA 7,30, pH‐NV 7,32) durchgeführt. Anschließend erfolgte die Enukleation des 30 × 20 cm großen Fundusmyoms (Gewicht 6,6 kg) mit anschließender Uterusplastik. Die Histologie ergab ein Leiomyom mit regressiven Veränderungen ohne Anhalt für Malignität. Der postoperative Verlauf gestaltete sich unauffällig. Die Entlassung erfolge bei subjektivem Wohlbefinden am 8. postoperativen Tag.

Abstract

The most frequent benign tumor of the female genital organs is leiomyoma of the uterus. On average, 20 % of European women over 35 years of age are affected by it. In the Afro-American population, the incidence is 2 - 3 times higher than in the Caucasian population. The female endocrine system can stimulate these myomas which may grow to extreme sizes and thus complicate pregnancy and delivery. Here, we report on a successful pregnancy with an extremely large myoma of the uterine fundus in a 37-year-old woman from Ghana (Grav II, Para I). The pregnancy was prolonged successfully up to 34 weeks' gestation. Because the patient's clinical condition dramatically worsened on day 34 + 4 of GA, a cesarean section was performed. The baby presented in breech position with a weight of 2170 g and a good ABG. Subsequently, enucleation of the leiomyoma was performed. The histological findings showed a leiomyoma with regressive changes and no sign of malignancy. The patient was discharged from the hospital in good clinical condition on the 8th postoperative day.

Literatur

Jana Westphal

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Abteilung Geburtshilfe

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