Dtsch med Wochenschr 2006; 131(4): 174
DOI: 10.1055/s-2006-924943
Leserbriefe

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Sollte man bei Verdacht auf Osteoporose immer ein multiples Myelom ausschließen?

Zum Beitrag aus DMW 28/29/2005D. Schöffel, W. J Faßbender
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Publication Date:
23 January 2006 (online)

Im o. g. Kommentar wird diskutiert, ob die Durchführung einer Serumelektrophorese bei Verdacht auf Osteoporose sinnvoll ist.

Die Aussage der referierten Studie ist, dass das relative Risiko, an einem multiplen Myelom erkrankt zu sein, bei Vorliegen einer Osteoporose erhöht ist. Im Kommentar wird bemerkt, dass es sinnvoll und wirtschaftlich sei, die Ausweitung der Diagnostik nur bei Patienten mit gesicherter Osteoporose und mit Fragilitätsfrakturen vorzunehmen [1].

Korrigiert werden muss die Aussage, dass die Leitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO) in ihrem Minimalprogramm der Laborparameter neben der Blutsenkung, Calcium, Phosphat, Kreatinin, Gamma-GT und TSH auch einen Proteinnachweis im Urin enthalten. Das laborchemische Minimalprogramm, das in den noch gültigen DVO-Leitlinien empfohlen wird, beinhaltet eine Eiweißelektrophorese im Serum.

Da laut Labor-Minimalprogramm der DVO-Leitlinien ohnehin bei jedem Patienten, bei dem die Indikation zu einer Osteoporose-Abklärung gesehen wird, eine Eiweiß-Elektrophorese durchgeführt wird, wird eine monoklonale Gammopathie hier auch „routinemäßig“ auffallen. So stellt sich die in der referierten Studie gestellte Frage im deutschsprachigen Raum des Dachverbands DVO gar nicht, wenn die DVO-Leitlinien beachtet werden.

Literatur

Dr. Dieter Schöffel

Abt. Rheumatologie des Westpfalz-Klinikum, Kaiserslautern - Kusel

Im Flur 1

66869 Kusel

Email: dschoeffel@westpfalz-klinikum.de

Priv.-Doz. Dr. Walter J. Faßbender

Hospital zum Hl. Geist, Innere Abteilung

Von-Broichhausen-Allee 1

47906 Kempen